Microsoft

Google gegen Microsoft

Das Duell der Giganten in der nächsten Runde

Google setzt auf soziale Netzwerke, Microsoft baut Outlook aus.

Google zahlt 250 Millionen Dollar für Wildfire Interactive.
Google baut sein Engagement bei Sozialen Netzwerken aus. Der Internetkonzern hat dazu die vier Jahre junge Werbefirma Wildfire Interactive aufgekauft, die ihren Kunden hilft, Anzeigenkampagnen beispielsweise auf Facebook oder Twitter zu fahren. Der Kaufpreis wurde nicht öffentlich gemacht. Kreisen zufolge blättern die Amerikaner rund 250 Millionen Dollar für die Firma hin.

Google ist selbst eine Macht im Internet-Werbegeschäft, vor allem dank der Suchmaschine. Mit der Übernahme von Wildfire bekämen Googles Kunden nun neue Möglichkeiten, Leute zu erreichen, erklärte der Konzernverantwortliche Jason Miller am Dienstag im Firmen-Blog.

Wildfire wurde 2008 gegründet und zählt heute 400 Mitarbeiter. Die Firma übernimmt das Marketing in sozialen Medien für mehr als 16.000 Geschäfte - darunter 30 der 50 weltweit größten Marken. Google will das Wildfire-Angebot künftig in sein DoubleClick-Geschäft einbinden.

Internet- und Softwarekonzerne befinden sich derzeit auf Einkaufstour in den sozialen Medien. Google hatte erst im Juni das Start-Up Meebo für 100 Millionen Dollar gekauft. Salesforce.com schnappte sich Buddy Media für nahezu 700 Millionen Dollar.

Auch Facebook unter Druck
Facebook-Chef Mark Zuckerberg dürfte in doppelter Hinsicht wenig begeistert sein über den Zukauf des Rivalen: Zum einen ist Wildfire ein Geschäftspartner. Zum anderen, so merkte das Finanzblog "Business Insider" an, arbeite eine seiner Schwestern, Arielle, für Wildfire - und werde damit Google-Beschäftigte.


Microsoft greift Googles E-Mail-Dienst frontal an.
Der Software-Primus enthüllte am Dienstag sein Gegenstück Outlook.com in Anlehnung an den Namen seines verbreiteten E-Mail-Programms. Outlook.com soll über lange Sicht Hotmail ablösen - einen der ersten E-Mail-Dienste, den es im World Wide Web überhaupt gab, und den Microsoft im Jahr 1998 aufgekauft hatte.

"Wir denken, es ist an der Zeit, die persönliche E-Mail neu zu erfinden", erklärte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones im Firmen-Blog. Outlook.com breche mit der Vergangenheit und sei von Grund auf neu gestaltet worden. Nutzer von Hotmail sollen allerdings mit wenigen Mausklicks wechseln können mitsamt ihrer E-Mails, Kontakte und Einstellungen.

Die Oberfläche von Outlook.com ist betont schlicht gehalten. Microsoft wirbt mit dem, was unter der Haube steckt: Der neue Dienst lässt sich mit Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder LinkedIn verknüpfen. Per E-Mail zugesandte Dokumente lassen sich direkt anschauen und bearbeiten - Microsoft hat Outlook.com Online-Versionen seiner Büroprogramme Word, Excel und PowerPoint spendiert. Daten können direkt in Microsofts Online-Speicher Skydrive abgelegt werden.

"Wir haben gemerkt, dass wir einen mutigen Schritt machen müssen", schrieb Jones. Noch sind allerdings nicht alle Funktionen verfügbar. So wird der von Microsoft übernommene Internettelefonie-Dienst Skype später integriert. Outlook.com, so verspricht Microsoft, sei kostenlos, verfüge über nahezu unbegrenzten Speicher, einen Spamschutz und bleibe in weiten Teilen werbefrei.