Deutsche Bundesanleihe bleibt liegen

Die Investoren haben Deutschland am Mittwoch die kalte Schulter gezeigt: Bei der Aufstockung einer fünfjährigen Anleihe verzeichnete der Bund eine geringe Nachfrage. Dafür haben sich die Anleger in Portugal mit neuen Staatsanleihen eingedeckt

Insgesamt gingen Gebote im Volumen von lediglich 6,12 Mrd. Euro ein, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mitteilte. Damit reichten die Angebote nicht aus, um das Papier wie geplant um 7 Mrd. Euro aufzustocken. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass eine deutsche Emission unterzeichnet war: Zuletzt hielten sich die Investoren im April bei einer 30-jährigen Anleihe zurück.

Das Ergebnis sei angesichts des sehr volatilen Marktumfelds zu erwarten gewesen, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. "Die Zuteilung des gesamten Volumens erfolgt wie üblich nach Auktionen, über die Marktpflegeaktivitäten der Finanzagentur." Der Bund hält bei Emissionen immer einen Teil der Papiere zurück, um sie in den Tagen und Wochen nach der Auktion auf den Markt zu bringen. So werden unter anderem Kursschwankungen ausgeglichen. "Der Trend der Suche von Bundestiteln über alle Laufzeiten hinweg bleibt ungebrochen", sagte der Sprecher weiter.

Deutschland profitiert von Südeuropa-Krisa

Die Rendite des Papiers lag mit 1,47 % so niedrig wie nie zuvor. Noch bei der jüngsten Emission im April musste der Bund deutlich höhere Zinsen zahlen. Damit profitiert Deutschland weiter von der Schuldenkrise in Südeuropa: Viele Investoren flüchten sich in die als sicher geltenden deutschen Anleihen, das führt zu steigenden Kursen und sinkenden Zinsen.

Fallen die Renditen weiter in dem Tempo, wie sie zuletzt zurückgegangen sind, entspricht das einer Zinsersparnis von mehreren hundert Millionen Euro in diesem Jahr.

Portugal bezahlt 3,701 Prozent für die Anleihe

Portugal muss dagegen für seine Anleihen deutlich mehr Zinsen zahlen. Die portugiesische Schuldenagentur brachte fünfjährige Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1 Mrd. Euro auf den Markt und traf damit auf eine gute Nachfrage am Markt.

Allerdings lag die Rendite bei 3,701 % nach 3,498 % bei der vorangegangenen Auktion im Februar. Die Sorgen über die Schuldenkrise Südeuropas hatten sich in den vergangenen Tagen an der Rettung einer spanischen Sparkasse entzündet. Die Investoren fürchteten, dass auch andere Länder in ähnliche Schwierigkeiten kommen könnten wie Griechenland.