Lotterien können mit Ergebnis zufrieden sein

Interessenten

Drei Bewerber für Lotterie-Lizenz

Beratender Beirat sieht Unterlagen durch und gibt Ministerium Empfehlung.

Die "öffentliche Interessentensuche" für die begehrte Lotterielizenz geht in die heiße Phase. Drei Gesellschaften haben sich offiziell beworben, teilte das Finanzministerium am Mittwochnachmittag mit. Die Bewerbungsfrist ist am Montag um Mitternacht abgelaufen, heute wurden die Unterlagen unter Aufsicht der Finanzprokuratur, sozusagen die Anwältin der Republik, geöffnet. Die Namen der Interessenten wurden aufgrund der Amtsverschwiegenheit nicht genannt. Fix im Rennen sind die Österreichischen Lotterien, für die es um alles oder nichts geht.

Die Anträge werden nun von einem beratenden Beirat unter Leitung von Wolfgang Nolz, Sektionschef im Finanzministerium, geprüft, der dann dem Ministerium eine Empfehlung abgibt.

Bisher wurden die Konzession stets "freihändig" an die Lotterien vergeben, die aktuelle Lizenz läuft im September 2012 aus. Im Vorjahr hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Casino- und Lotteriemonopol in Österreich gekippt, nun müssen die Glücksspielkonzessionen erstmals europaweit ausgeschrieben werden.

Laufzeit 15 Jahre
Die neue Lotteriekonzession läuft ab Oktober 2012 und gilt für 15 Jahre. Neben den klassischen Lottoprodukten wie "6 aus 45", Toto und Bingo beinhaltet die Berechtigung auch elektronische Lotterien, sohin das lukrative Online-Lotto sowie Automatensalons mit sogenannten VLTs - zentralvernetzten einarmigen Banditen.

"In den nächsten Tagen" wird sich der beratende Beirat konstituieren, so das Finanzministerium am Nachmittag in einer knappen Aussendung. "Die zur Wahrung der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit verpflichteten Mitglieder prüfen die Anträge und werden diese nach den bekannten Kriterien bewerten und eine Empfehlung zur Konzessionserteilung vorlegen." Wer neben Nolz im dem Beirat sitzt, wurde nicht bekanntgegeben.

Wer die Lizenz bekommt, soll im Herbst entschieden werden, wie der für Glücksspiel zuständige Staatssekretär Andreas Schieder (S) zuletzt betont hatte.