Unterstützung für Nabucco-Pipeline

An italienische Staatsbank

ENI verkauft Trans-Austria-Gasleitung

Der italienische Öl-Multi erfüllt eine Forderung der EU-Kommission.

Der italienische Öl-und Gaskonzern ENI füllt seine Kassen mit dem Verkauf seines 89-Prozent-Anteils an der durch Österreich verlaufenden alpenquerenden Trans-Austria-Gasleitung (TAG). Italiens staatliche Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) hat dem Abkommen mit ENI nach Medienberichten grünes Licht gegeben und übernimmt den TAG-Anteil für annähernd 700 Mio. Euro. Die restlichen 11 Prozent an der TAG hält der österreichische Mineralölkonzern OMV.

Gasleitung quer durch Österreich
Die 380 km lange TAG, die von der slowakisch-österreichischen Grenze bei Baumgarten/March durch Niederösterreich, das Burgenland, die Steiermark bis Kärnten nach Arnoldstein an der Grenze zu Italien verläuft, ist eine ausgesprochene Cash-Cow. Dies zeigt die erst diese Woche veröffentlichte Bilanz: 2010 steigerte die Trans Austria Gasleitung GmbH. den Umsatz um knapp 4 Prozent auf 270 Mio. Euro, während der Nettogewinn um 20 Prozent auf 96 Mio. Euro zulegte.

Öffnung für Mitbewerber
CDP wird dem Bericht zufolge auch die Verträge für den Gastransport übernehmen, die bisher ENI für die TAG abgeschlossen hat. Damit sollen künftig alle italienischen Gasbetreiber Zugang zur Infrastruktur erhalten. Die TAG transportiert russisches Gas nach Italien, Österreich, Kroatien und Slowenien. Hauptsächlich dient die Gaspipeline aber der Versorgung der Industriegebiete Norditaliens.

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EU forderte Abgabe der Gasleitungen von ENI
ENI war von der EU-Kommission gezwungen worden, sich von der TAG zu trennen. Brüssel hatte den italienischen Energiekonzern verdächtigt, Wettbewerbern den Zugang zu Gasleitungen zu versperren und die Preise künstlich hoch zu halten. Deshalb hatte die EU 2010 ein Kartellverfahren gegen ENI eröffnet.

Umstrukturierung auch in anderen Ländern
ENI muss sich auch von den Leitungen TENP und Transitgas in die Niederlande und nach Frankreich trennen, schreibt die Zeitung weiter. Sie würden auf dem freien Markt angeboten. In den kommenden Monaten solle dieser Prozess abgeschlossen werden, erklärte ein ENI-Sprecher. Schon jetzt arbeitet ENI daran, die Gaspipeline TENP so umzupolen, dass sie künftig auch Gas in Richtung Deutschland exportieren kann.