Ex-Geschäftsführer der Hypo-Stmk als "Leasing-Star"

Der Prozess um die Leasing-Affäre der Hypo-Steiermark ist am 14. April im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Zwei ehemalige Manager müssen sich wegen Untreue vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Helmut Wlasak) verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, riskante Geschäfte vor allem in Kroatien und Bosnien betrieben und einen Schaden von 40,5 Mio. Euro verursacht zu haben.

Der angeklagte Ex-Geschäftsführer hatte ab 1990 für die Bank die Leasing-Struktur erst aufbauen müssen, erklärte er bei seiner Befragung. Der Hauptanteil des Schadens wird dem ehemaligen Geschäftsführer, der mittlerweile in Pension ist, angelastet.

Er soll laut Staatsanwalt für mehrere tausend Leasing-Verträge verantwortlich sein, von denen viele platzten und so hohen Schaden verursachten. "Ich fühle mich nach wie vor nicht schuldig", so der Angeklagte zu Beginn seiner Befragung. Er war lange Jahre bei einer Leasing-Gesellschaft tätig, bevor er 1990 zur Hypo-Steiermark kam. "Kann man sagen, dass Sie auf diesem Gebiet ein Profi sind?", fragte der Richter. "Ja, ich habe sämtliche Sparten betreut", bestätigte der Befragte.

1990 wechselte er zur Hypo, wo er zunächst die komplette Struktur für diesen Bereich erst aufbauen musste. "Bis dahin sind die Leasing-Geschäfte an der Hypo vorbeigegangen", erzählte der Beschuldigte. "Man kann also sagen, Sie waren der Star im Leasing-Bereich", fasste der Richter zusammen.

Der Ex-Geschäftsführer gründete nicht nur die nötigen Leasinggesellschaften, er war auch zuständig für die Ausbildung der Bankangestellten. Das war dem Unternehmen einiges wert, verdiente er doch Anfang der 90er Jahre bereits 5.087 Euro brutto. Als lukrativ erwies sich auch der Mobilien-Bereich mit Straßenkehrfahrzeugen oder Müllabfuhr-Wagen. Zusätzlich wurde auch Immobilien-Leasing angeboten, "besonders im gewerblichen Bereich, für Unternehmen", schilderte der Angeklagte.