Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde

Frankreich will Steuer auch für Hedgefonds

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In Frankreich sollte eine Bankenabgabe zur Vorsorge gegen künftige Finanzkrisen nach Ansicht von Finanzministerin Christine Lagarde auch hochspekulative Hedgefonds umfassen. Benötigt werde ein Besteuerungsmechanismus, der nicht nur Banker zu verantwortungsvollem Handeln anhalte, sagte Lagarde dem Sender "Canal Plus".

"Insbesondere Finanzakteuren wie den Hedgefonds könnte eine solche Steuer auferlegt werden." Lagarde hatte in Berlin erstmals an einer Kabinettssitzung der deutschen Regierung teilgenommen. Dabei beschloss das Kabinett eine Abgabe für Banken in Deutschland. In Österreich wird an der Bankensteuer gearbeitet.

Hinsichtlich des Ziels einer Bankenabgabe seien Berlin und Paris sich "vollkommen einig", sagte Lagarde. Über die genaue Umsetzung gebe es hingegen unterschiedliche Ansichten. Während in Deutschland das Geld in einen Notfall-Fonds fließen soll, sagte Lagarde, bei einer Bankenabgabe in Frankreich müsse das Geld direkt an den Staatshaushalt gehen, um diesen zu stärken. Die französische Regierung arbeitet noch an den Einzelheiten für eine Bankenabgabe, einen genauen Zeitplan gibt es bisher nicht.

Bei ihrem Treffen Mitte April in Madrid werden auch die Finanzminister der EU über das Thema Bankenabgabe beraten. Die EU-Kommission hat sich für einen "weltweit koordinierten" Ansatz ausgesprochen. In den USA soll im Juli eine Bankenabgabe eingeführt werden.

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