A-Tec-Pleite

Gläubigersprecher: "Enormer Zeitdruck"

Die AE&E braucht dringend 15 Millionen Euro.

Im Ringen um die Zukunft der A-Tec-Anlagen-Tochter AE&E drängt die Zeit. Die Verhandlungen mit möglichen Interessenten müssen schnellsten zu einem Ergebnis kommen, denn das Unternehmen braucht dringend 15 Mio. Euro. "Ich erwarte jetzt eine rasche Entscheidung", sagte der Gläubiger-Sprecher Hans-Georg Kantner (KSV1870) am Donnerstag. "Der Zeitdruck ist enorm".

Die Banken haben großes Interesse, dass die AE&E nicht insolvent wird, sagte Kantner. Dafür sei aber rasch Geld notwendig. Wie lange noch Zeit bleibt, könne aber nur das Management beurteilen, das entscheiden muss ob und wenn ja wann ein Insolvenzantrag gestellt werde.

Vier Interessenten
Derzeit wird dem Vernehmen nach mit vier Interessenten verhandelt. Dabei dürften Mass Financial Corp aus Hongkong und der koreanische Anlagenbauer Doosan, der bereits eine Due Dilligence durchführt, die besten Chancen haben. Interesse angemeldet haben auch der Ex-Partner von Mirko Kovats Ronny Pecik gemeinsam mit dem steirischen Anlagenbauer Christof-Group und Ex-Magna-Chef Sigi Wolf in seiner neuen Funktion als Manager im Imperium des russischen Oligarchen Oleg Deripaska. Genannt wurde auch der Fonds Triton, der zuletzt als Interessent für den deutschen Karstadt-Konzern auftrat. Es kommen "allemöglichen Glücksritter", kommentierte ein Insider weitere Interessensmeldungen.

Mass kehrt an Verhandlungstisch zurück
Mit der von Raiffeisen ins Spiel gebrachten Mass wird derzeit nach einer Unterbrechung wieder weiter verhandelt. Knackpunkt war, wie berichtet, die von den Gläubigern geforderte Klausel, wonach Mass - wenn die AE&E binnen sechs Monaten weiterverkauft wird - 75 Prozent des Gewinns an die A-Tec-Gläubiger zahlen muss. Dies wollten die Hongkonger vorerst nicht akzeptieren, sind aber wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Mass will den Anlagenbauer um den symbolischen 1 Euro kaufen und würde damit die Verbindlichkeiten von rund 100 Mio. Euro übernehmen. Die AE&E würde dann aber filetiert und die einzelnen Teile bestmöglich verkauft.

Die südkoreanische Doosan, die von den Gläubigern favorisiert wird, prüft bereits die Bücher. Ursprünglich wollten sich die Koreaner dafür drei Wochen Zeit nehmen, haben aber jetzt eine kurzfristige Entscheidung angekündigt.

Gutachten bis Samstag
Bis kommenden Samstag soll das von der A-Tec-Sanierungsverwaltung bei Deloitte in Auftrag gegebene Gutachten vorliegen. Die AE&E soll darin in einem Vorbericht mit rund 900 Mio. Euro bewertet worden sein.