HP und Oracle begraben das Kriegsbeil

Streit beendet

HP und Oracle begraben das Kriegsbeil

Ex-HP-Chef Hurd darf seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllen.

Nach einem heftigen Schlagabtausch zwischen Hewlett-Packard und Oracle folgt die Versöhnung: Die IT-Größen haben ihren Streit um den Wechsel des ehemaligen HP-Chefs Mark Hurd beigelegt. Hurd dürfe weiter seine Verpflichtungen gegenüber Oracle erfüllen, müsse aber gleichzeitig die Firmengeheimnisse von HP bewahren. Die Details der Vereinbarung blieben geheim.

Angst um Firmengeheimnisse
Oracle-Chef Larry Ellison hatte Hurd vor zwei Wochen als Co-Präsidenten verpflichtet. Damit wurde der ehemalige HP-Chef für das Tagesgeschäft verantwortlich. HP fürchtete, dass Hurd Firmengeheimnisse ausplaudern könnte und klagte gegen die Einstellung. Hurd und HP waren im Unfrieden auseinandergegangen. Hurd musste den weltgrößten Computerbauer nach einer Affäre mit einer Mitarbeiterin und Vorwürfen von Spesenbetrug verlassen.

Bereits nach der Übernahme des Großrechner-Herstellers Sun durch Oracle hatte das Verhältnis gelitten. Die beiden Konzerne waren dadurch von Partnern zu direkten Konkurrenten geworden. Oracle ist einer der größten Anbieter von Unternehmenssoftware, HP stellte die passenden Maschinen her, auf denen die anspruchsvollen Programme und Datenbanken laufen.

Alte Allianz
Nun beschwören die beiden Konzerne ihre alte Allianz. "Oracle und HP werden ihre Partnerschaft, die seit mehr als 25 Jahren andauert, weiter ausbauen", sagte Ellison. HP-Übergangschefin Cathie Lesjak pflichtete ihm bei. Ellison gab sich damit ungewohnt handzahm. Auf den Rauswurf seines Freundes Hurd bei HP hatte er mit den Worten reagiert: "Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben."