Hypo Group Alpe Adria

Aufregung

Hypo: Millionen-Kredite im Netz

Internetseite zeigt ein Papier mit allen Hypo-Kunden und ihrem Risiko.

Höchste Aufregung in den Chefetagen von Hypo Alpe-Adria-Bank Kommerzkunden. Die kroatische Website necenzurirano.com (übersetzt: ohne Zensur) hat das Risikogutachten von PriceWaterhouseCoopers (PWC) zur Hypo online gestellt. Das Gutachten listet auf 150 Seiten alle Details zu sämtlichen Hypo-Großkreditkunden mit Stand September 2009 auf. Und spart nicht mit brisanten Details: Eines der größten sogenannten Brutto-Kreditexposures (Außenstände) der Hypo hat laut PWC das skandalumwitterte kroatische Hotelprojekt Skiper mit 158,4 Mio. Euro. Dicht gefolgt vom unter mafiösen Bedingungen errichteten Belgrader Blok 67 mit 140,9 Millionen Euro.

Öffentliche Austro-Unternehmen im Detail
Brisant sind die Details, die zu Unternehmen veröffentlicht wurden, die zumindest teilweise der öffentlichen Hand gehören: Das Schlosshotel Velden sticht gleich zweimal hervor. Einmal mit 35,5 Millionen Kreditvolumen für die Appartementgesellschaft und mit 70,8 Mio. für die Schloss Velden GmbH. Die Bergbahnen Nassfeld in Kärnten standen mit 13 Millionen Euro in der Kreide. Die meisten Kreditobjekte mit hohem Schuldenstand befinden sich im Miteigentum der Kärnten Holding, der Kelag, von Gemeinden oder Hypo-Töchtern.

Die Hypo bewies bei der Auswahl ihrer Kunden nicht immer ein glückliches Händchen. Die Pleite gegangene Elektrokette Cosmos hatte im Vorjahr 10 Millionen Euro Schulden bei der Hypo.