Immer mehr private Pleiten

KSV1870

Immer mehr private Pleiten

Bei Unternehmen sind dagegen weniger Insolvenzen angefallen.

Während bei den Unternehmen in den ersten drei Quartalen insgesamt weniger Insolvenzen angefallen sind, rutschten immer mehr Private in die Pleite. In den ersten neun Monaten 2011 wurden 2.477 Firmeninsolvenzen eröffnet, um 5,3 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Zusammen mit den mangels Vermögen nicht eröffneten Insolvenzen waren insgesamt 4.462 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen, um 6,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, teilte der Gläubigerschutzverband KSV 1870 mit.

Bei den Privaten nahm die Zahl der Konkurse um 8,2 Prozent auf 7.353 zu. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten aus Privatkonkursen lagen bei 889 Mio. Euro, fast identisch mit dem Vorjahreswert von 888 Mio. Euro. Pro Kopf lagen die Verbindlichkeiten also im Schnitt bei rund 120.900 Euro.

Die Firmenpleiten betrafen um 10,3 Prozent weniger Dienstnehmer als in der Vorjahresperiode, nämlich 15.700. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten aus den Unternehmensinsolvenzen lagen bei 2,0 Mrd. Euro und damit um 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

 Die heuer bisher größte Pleite war die des Immobilien-Fondsanbieters R-Quadrat bzw. der Firmengruppe, die mit 93,5 Mio. Euro zu Buche schlug. Am zweiten Pleitenrang liegt der Photovoltaik-Zellproduzent Blue Chip Energy in Güssing mit 78,1 Mio. Euro, gefolgt von der Goldmann-Druck AG in Tulln mit 65,5 Mio. Euro. Pleitenanfälligste Branchen waren die Unternehmensbezogenen Dienstleistungen vor der Bauwirtschaft und dem Gastgewerbe. Gemessen an den Passiva liegt hier die Branche Verkehr/Nachrichtenübermittlung am dritten Rang.