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Kandidatin stellte sich vor

Lagarde fordert weitere Reformen des IWF

Der IWF müsse die von Strauss-Kahn begonnenen Reformen fortsetzen.

Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde hat bei ihrer Bewerbung um den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) weitere Reformen der Institution angemahnt. Der IWF müsse effektiver werden sowie mehr für seine Legitimität tun und dazu alle 187 Mitgliedsstaaten stärker beteiligen, sagte Lagarde am Donnerstag in Washington, nachdem sie dem 24-köpfigen IWF-Exekutivrat drei Stunden lang Rede und Antwort gestanden hatte. Es gebe viel Potential für mögliche Verbesserungen, zugleich sei eine Fortführung der von ihrem Vorgänger Dominique Strauss-Kahn begonnenen Reformen nötig.

Lagarde bewirbt sich um die Nachfolge des Mitte Mai wegen Vergewaltigungsvorwürfen zurückgetretenen IWF-Direktors Strauss-Kahn. Bereits am Mittwoch hatte sie erste Gespräche am IWF-Sitz in Washington geführt. Im Anschluss an die Gespräche vom Donnerstag sagte sie, bei ihrem Treffen mit den Mitgliedern des Exekutivrats habe sie die Möglichkeit gehabt, über ihre "Vision für den Währungsfonds" zu diskutieren. "Jetzt müssen die Mitgliedsstaaten entscheiden."

Lagardes Konkurrent Agustin Carstens hatte die zweitägigen Vorstellungsgespräche beim IWF bereits am Montag und Dienstag durchlaufen. Der mexikanische Zentralbankchef warb dabei für höhere finanzielle Ressourcen des Währungsfonds, außerdem machte er sich für einen größeren Einfluss der Entwicklungs- und Schwellenländer in der Institution stark. Der Exekutivrat, das oberste Entscheidungsgremium des IWF, will nach eigenen Angaben bis zum 30. Juni über die Nachfolge Strauss-Kahns entscheiden.