ÖIAG-Chef Michaelis vor dem Aus

Vertragsverlängerung wackelt

ÖIAG-Chef Michaelis vor dem Aus

Wieder Wirbel um den Skandal-Manager und seine Mega-Gage.

„Das Maß ist endgültig voll“ und „Michaelis muss sofort gehen“ sind die empörten Reaktionen auf jüngst bekannt gewordene Details, wie der Chef der Staatsholding ÖIAG abcasht. Für die Verwaltung von nur mehr drei Beteiligungen – Post, Telekom Austria, OMV – kassiert der 64-Jährige stolze 700.000 Euro im Jahr, davon die Hälfte als Bonus. Diese Prämie ist völlig erfolgsunabhängig, da die Kriterien für ihre Auszahlung jedes Jahr so angepasst werden, dass Michaelis das Geld in ­jedem Fall bekommt.

Codename „Buwog“ für Jobabbau inklusive Prämien
Im laufenden Jahr erhält der Manager sogar für Mitarbeiterabbau eine Prämie: ein „Kopfgeld“ von 70.000 Euro für die Entlassung von mehreren Mitarbeitern über 45 Jahren. „Damit werden alle Grundlagen gesunder Sozialpartnerschaft mit Füßen getreten“, empört sich SP-Staatssekretär Josef Ostermayer. In der Causa mehrerer entlassener Betriebsräte muss Michaelis am 30. September vors Arbeitsgericht.

Der Stellenabbau trägt noch dazu den Codenamen „Buwog“ – ein „unerträglicher Zynismus“, wie SP-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sagt.

Smoking-Versand auf Staatskosten
Was Michaelis für seine 700.000-Euro-Gage, die von der öffentlichen Hand bezahlt wird, eigentlich leistet, ist unklar. Schließlich haben die ÖIAG-Beteiligungen selbst funktionierende Vorstände und Aufsichtsräte. Michaelis’ zahlreiche Spesenskandale (Stichwort Socken-Waschen und Smoking-Versand auf Staatskosten) runden das Bild vom „Selbstbedienungsladen ÖIAG“ ab.

Die SPÖ wird jetzt den Rechnungshof um eine genaue Prüfung der vom Steuerzahler getragenen Mega-Gage von Michaelis ersuchen. Das VP-Finanzministerium – indirekt Michaelis’ Arbeitgeber – verweist darauf, dass der Vertrag des ÖIAG-Chefs nur mehr wenige Monate läuft. Michaelis sofort abzulösen, wie die SPÖ fordert, hieße hingegen, ihn „bei vollen Bezügen spazieren gehen zu lassen“. Dass der Vertrag des Managers zumindest nicht verlängert wird, halten Insider für zunehmend wahrscheinlich.

Autorin: Angela Sellner