RZB-Fusion mit RI
Raiffeisen gibt heute Erklärung ab
Bei Raiffeisen überschlagen sich die Ereignisse: Eine mit Spannung erwartete Pressekonferenz über den Stand der Vorarbeiten für eine mögliche Fusion von Raiffeisen International (RI) und RZB wurde noch einmal vorgezogen. Sie findet nun am Freitag um 9 Uhr im RZB-Haus am Stadtpark in Wien statt. Die Vorstände werden dabei auch die vorläufigen Bilanzzahlen für 2009 bekanntgeben.
Der Vorstand der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und deren Ostbankenholdingtochter Raiffeisen International Bank (RI) wollen für ihre geplante Fusion bis zum 22. März die Zustimmung der Eigentümer einholen, schreibt Reuters unter Berufung auf ein geheimes Memo, das mit 24. Februar datiert ist. Ohne Fusion könnte der RZB drohen, ihren gesamten Anteil an der RI verkaufen zu müssen, heißt es in dem Papier. Bis September 2010 solle der Zusammenschluss vollzogen sein.
"Keine Lösung für strategische Probleme"
Dem Geheimpapier zufolge ist keine Alternative zur Fusion in Sicht. Andere Optionen werden in dem Papier mit "keine Lösung für die strategischen Probleme" oder "schafft neue Herausforderungen" beurteilt.
Die RZB kommentierte das Papier nicht, aus dem weiters hervorgeht: Hauptziel sei, der fusionierten Gesellschaft Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen. Die RZB hat Kapitalbedarf für die Rückzahlung des Staatskapital von 1,75 Mrd. Euro sowie möglichen höheren Eigenkapitalanforderungen durch Basel III. Bisher musste sich die RZB das Geld von ihren Eigentümern, den acht Landesbanken holen.
Die Wirtschaftsprüfer BDO und Deloitte haben laut Reuters bereits mit der Bewertung der Gruppe begonnen. Auch das stehe im Memo. Davon hängt ab, wie die Aufteilung der fusionierten Gesellschaft zwischen den Eigentümern der RZB und dem Streubesitz erfolgt.
23 Prozent Streubesitz
In dem vertraulichen Papier werde die RZB mit 6,1 Mrd. Euro bewertet, die RI mit 6,2 Mrd. Euro und damit auf einem Aktienkurs von 40 Euro. Basierend auf dieser Bewertung würde der Streubesitz 23 % betragen, hieß es in dem Reuters-Bericht unter Berufung auf das interne Papier.
In Finanzkreisen hieß es am Donnerstag, dass mit Fusionen und Umgründungen "unter Freunden" üblicherweise Aufwertungen verbunden seien. Auf vorherige größere Abschreibungen bestünden bei solchen Neuaufstellungen üblicherweise nur Fremde. Der Aktienkursverlust der vergangenen Tage hätte die RI für die RZB und ihre Aktionäre zwar deutlich billiger gemacht, sei aber nicht ausschlaggebend für den Rechenzeitraum, heißt es.
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