London ermittelt gegen Alfons Mensdorff-Pouilly

Staatshilfe während U-Haft

Mensdorff stellte Antrag auf Kurzarbeit

Der Graf beantragte Kurzarbeits-Hilfe wegen negativer Medienberichte.

Ausgerechnet für seine Beratungsfirma MPA Handelsgesellschaft m.b.H. erhielt Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly im Jahr 2009 Kurzarbeitshilfe. Das geht aus einer Anfragebeantwortung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) an den Grünen Karl Öllinger hervor. Für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli 2009 erhielt Mensdorff vom AMS Wien 16.005,94 Euro Kurzarbeitshilfe für die MPA, weitere 12.248,94 gab es vom AMS Burgenland für seinen Forstbetrieb. Pikant: Ungefähr zu dieser Zeit saß Mensdorff in U-Haft. Begründet hatte er seinen Antrag an das AMS Wien mit „diversen Anschuldigungen“, wodurch die MPA für seine Vertragspartner nicht mehr tragbar sei.

Die Stellungnahme des AMS-Landesdirektoriums vom 18. März fiel negativ aus: Die Betriebs-Störung sei „nicht wirklich auf unternehmensexterne Umstände zurückzuführen“. Doch dann konnte Mensdorff eine Sozialpartnervereinbarung vorlegen. Öllinger vermutet Intervention der Sozialpartner. Mensdorffs Forstbetrieb erhielt außerdem von 2005 bis 2008 insgesamt 90.838,64 Euro an AMS-Beihilfen.