AUA Boeing 767

Kooperation

Gemeinsames Ticket für ÖBB und AUA

Das neue Konzept für Passagierbeförderung steckt jedoch noch in Kinderschuhen.

So wie die Deutsche Lufthansa mit der Deutschen Bahn und die Swiss mit der Schweizer Bahn ganzheitliche Konzepte für die Passagierbeförderung erarbeitet haben, denkt auch die AUA (Austrian Airlines) über eine Vertriebszusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nach. Das hat AUA-Chef Jaan Albrecht am Freitag angekündigt.

   "Wir denken sehr intensiv über eine Kooperation mit den ÖBB nach", sagte Albrecht in einer Telefonkonferenz. Details konnten noch nicht vermeldet werden. "Wir würden nichts lieber tun als Sie sofort in Kenntnis zu setzen", meinte Vertriebsvorstand Karsten Benz.

   Ziel ist aus Sicht der AUA, dass im so genannten "intermodalen Verkauf" ein Ticket die Beförderung in der Luft und per Bahn umfasst. In der Schweiz wird das praktiziert, auch in Deutschland. Klappt eine solche Vertriebsschiene mit der Bahn in Österreich, könnten AUA-Passagiere in Zukunft bei den ÖBB ein Ticket "Linz-New York" kaufen und umgekehrt bei der AUA für die Bundesländer-Zubringer die Bahnfahrt im Flugticket mitbuchen. Internationale Beispiele sehen zudem vor, dass dabei auf solchen Kurzstrecken-Zugfahrten Flugmeilen angerechnet werden.

   Noch ist das noch Theorie. Bei den ÖBB würden die Visionen mit der AUA geteilt, hieß es bei der Airline heute zur APA. Die Entwicklung stecke aber in den Kinderschuhen. Es geht dabei um innerösterreichische Anbindungen, die technisch noch einige Zeit brauchen, weil es etwa von Wien-Schwechat nach Linz noch nicht ohne Umweg über Wien geht. Fernzüge werden nach heutiger Planung nicht vor 2015 zum Flughafen Schwechat fahren. Und an eine Bus-Kooperation denkt die AUA für die Zeit bis dahin definitiv nicht.

   AUA-Vorstand Benz hat am Freitag zudem für die defizitären innerösterreichischen Flugverbindungen der AUA ein neues "Preiskonzept" angekündigt, das schon sehr bald auf den Markt kommen solle: Es wird für Bundesländerflüge one-way-Tickets geben. Bisher konnten AUA-Passagiere zwischen Wien und Bundesländer-Airports nur tour-retour-tickets lösen. Der Zwang zum Kauf eines Rückflugtickets entfällt künftig, was den Flug billiger machen und, wie die AUA hofft, mehr Leute auf diese Strecken bringen soll.

   Ein Beginn eines Ausstiegs aus Bundesländerlinien sei das alles nicht, versicherte die AUA heute. Es gehe um neue Erlöse, Kosteneffizienz und mehr Flexibilität. Die aufgelassene Verbindung nach Altenrhein sei etwas anderes gewesen. Hier waren die Rentabilitätsprobleme so eindeutig, dass man sich zum heurigen Sommerflugplan zum Ausstieg entschloss.