Magna und RHJ in der Favoritenrolle

Geschafft: General Motors verkauft Opel tatsächlich an Magna

Der Verwaltungsrat von General Motors hat über die Zukunft von Opel entschieden: GM verkauft Opel an die Magna-Gruppe, bestätigte nun auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Über diese Entscheidung des Verwaltungsrates habe GM-Chef Fritz Henderson das Kanzleramt unterrichtet. Opel soll nun aus dem GM-Konzern herausgelöst werden.

Neben dem Grundastzbeschluss des GM-Verwaktungsrats gebe es aber "noch verhandelbare Dinge", um die sich die Treuhandgesellschaft kümmern werde, sagte Merkel. GM habe auch signalisiert, die "Finanzierungsbedingungen zu akzeptieren". Merkel kündigte Gespräche mit europäischen Ländern mit Opelstandorten an, um einen "Lastenausgleich" zu erreichen.

Magna wird zusammen mit der russischen Sberbank und dem Autohersteller Gaz bei Opel einsteigen. Damit hat sich der Wunschkandidat von Bund und Ländern durchgesetzt. Deutschland wollte das Konsortium Magna/Sberbank nach früheren Angaben mit 4,5 Mrd. Euro unterstützen. Auch wollte GM bei einem Verkauf an Opel beteiligt bleiben. Zweiter Bieter neben Magna war der Finanzinvestor RHJ International.

Magna hatte in seinem Angebot zugesichert, dass alle 4 deutschen Opel-Standorte erhalten bleiben. Opel beschäftigt derzeit mehr als 25.000 Mitarbeiter in Deutschland. Einen deutlichen Stellenabbau wird es aber auch mit Magna geben. Unklar ist, wie die anderen EU-Länder mit Opel-Werken auf die Vereinbarungen zwischen Detroit und Berlin reagieren.

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Die Verständigung mit General Motors kam unerwartet. Vor der Verwaltungsratssitzung in Detroit war damit gerechnet worden, dass der Autokonzern eine Festlegung zu Opel erneut vertagt. Zudem wurde in dem Spitzengremium ein Verbleib von Opel unter dem GM-Konzerndach erwogen. Formal hat nun die Opel-Treuhand das letzte Wort über einen Opel-Verkauf. Im Beirat der Treuhand, die 65 Prozent der Opel-Anteile hält, sitzen Vertreter von Bund, Ländern und GM.

Der GM-Verwaltungsrat befasste sich auf seiner Sitzung am Mittwoch (9.9.) mit 4 möglichen Szenarien. Dazu zählt der Verkauf an Magna oder RHJ, der Verbleib von Opel unter dem GM-Konzerndach oder eine Opel-Insolvenz.