HSBC bleibt in London

Großbank

HSBC bleibt in London

Die britische Großbank HSBC verlagert ihren Konzernsitz nicht nach Hongkong.

Die mit Spannung erwartete Entscheidung im HSBC-Direktorium sei einstimmig getroffen worden, teilte Europas größte Bank am Montag mit. HSBC hat zehn Monate lang geprüft, ob es seinen Hauptsitz in London aufgeben soll, und dies unter anderem mit der britischen Bankenabgabe begründet.

Druck zeigt Wirkung
Im Sommer 2015 hatte der britische Finanzminister Georg Osborne eine Halbierung der Abgabe angekündigt. Die Entscheidung, die sich zuletzt bereits abgezeichnet hatte, stärkt den Finanzplatz London. Die Stadt sei ein führendes internationales Finanzzentrum mit vielen Talenten, erklärte HSBC. Sie bleibe damit die ideale Heimat für ein globales Institut wie HSBC.

Entscheidung
Sollten sich die Briten in einem Referendum für einen Austritt des Königreichs aus der EU aussprechen, haben mehrere Banken mit einem Abzug von Arbeitsplätzen und Geschäften gedroht. 

Asien hat großen Einfluss
HSBC wurde 1865 in der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong gegründet, um den Handel zwischen Asien und Europa zu finanzieren. Für die Bank arbeiten dort mehr als 20.000 Mitarbeiter. Zuletzt steuerte der Standort 46 Prozent zum Vorsteuergewinn der HSBC bei. Konkurrenten wie die Deutsche Bank, die ebenfalls große Hoffnungen auf Asien setzen, können von solchen Werten nur träumen.

Großes Risiko
Auch wirtschaftlich wäre ein Umzug nach Hongkong ein großes Wagnis gewesen. Analysten äußerten Zweifel, ob auf die Bank dort tatsächlich weniger Abgaben zugekommen wären. Zudem hätte alleine der Umzug Schätzungen zufolge bis zu 2,5 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) gekostet. Da Großbritannien auf die Banken zugegangen sei, gebe es kein Verlangen mehr, umzuziehen. Hinzu kommt, dass die Aussichten in Asien nicht mehr so rosig sind wie vor einigen Jahren. Chinas Wirtschaft wuchs 2015 so langsam wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.