Japans Notenbank will noch Pfeile im Köcher lassen

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Japans Notenbank will im Kampf gegen die Krise noch einige Pfeile im Köcher lassen. Der als Vize-Chef der Notenbank nominierte Ökonom Kikuo Iwata sagte am Dienstag bei einer Anhörung im Parlament, er sehe den Ankauf von langlaufenden Staatsanleihen als erste Priorität.

Damit sollen die langfristigen Zinsen gedrückt werden. Zugleich soll das selbst gesteckte Inflationsziel von zwei Prozent erreicht werden. Erst wenn dies misslingen sollte, sei an den Ankauf von ausländischen Staatspapieren zu denken.

"Als Zentralbank sollte man keine geldpolitischen Maßnahmen im Voraus ausschließen", betonte der 70-jährige Wirtschaftswissenschaftler und Verfechter einer aggressiven geldpolitischen Linie. Der Ankauf von ausländischen Bonds als Instrument der Geldpolitik ist umstritten, da damit der Wechselkurs der eigenen Währung künstlich gedrückt und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöht würde.

In der Anhörung kamen jedoch Zweifel an der Eignung des von Ministerpräsident Shinzo Abe nominierten Kandidaten auf. Ein Abgeordneter der oppositionellen Demokratischen Partei sagte, von Iwata erwogene Änderungen am Notenbankstatut könnten die Unabhängigkeit des Instituts gefährden. Iwata muss von beiden Häusern des Parlaments bestätigt werden. Abes Partei hat jedoch nur in einer Kammer die Mehrheit. Unter dem scheidenden Gouverneur Masaaki Shirakawa, der am 19. März abtritt, hatte die Notenbank den geldpolitischen Kurs moderat gelockert. Experten erwarten, dass sein designierter Nachfolger Haruhiko Kuroda die Notenpresse stärker rotieren lässt.

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