Räte sollen Anteilskauf zustimmen

ORS: Bulgarien-Engagement wieder im Stiftungsrat

Das ORF-Aufsichtsgremium diskutiert am Donnerstag (24.9.) einmal mehr die Aktivitäten der ORF-Sendetechniktochter ORS in Bulgarien, ein flexibleres Tarifmodel für die ORF-Werbepreise sowie den Stand der Maßnahmen zur Kostenreduktion.

Der Stiftungsrat hatte dem rund 80 Mio. Euro teuren Bulgarien-Engagement der ORS ursprünglich bereits im November 2008 grünes Licht erteilt. Die ORF-Tochter hatte im Dezember eine grundsätzliche Zusage für die Übernahme des bulgarischen Sendernetzes bekommen. Durch eine anschließende Änderung im Mediengesetz schloss die bulgarische Regierung die ORS dann aber als mögliche Alleineigentümerin aus.

Nun versucht es die ORS erneut mit einem bulgarischen Partner und will vorerst 25 Prozent des Sendernetzes übernehmen und diese Anteile später aufstocken. Bis 2012 will die ORS die bulgarische Fernsehlandschaft weitgehend digitalisiert haben. Der Stiftungsrat soll nun seine Zustimmung für den Anteilskauf geben.

Flexiblere Werbetarife gefordert

Eine Genehmigung des Aufsichtsgremiums möchte der ORF auch für sein neues Tarifmodel in der ORF-Werbung. Laut Kommunikationschef Pius Strobl will der ORF keineswegs, wie kolportiert, seine Preise senken, sondern vielmehr flexibilisieren. Demnach soll es keinen einheitlichen Tausender-Kontakt-Preis (TKP) geben - dieser soll vielmehr entsprechend der unterschiedlichen Zielgruppen, Zeitzonen und Gesamtmarktanteile variieren.

Mit dem TKP wird festgelegt, wie viel Geld man ausgeben muss, um 1.000 Zuseher mit Werbung zu erreichen. Außerdem werde man die ORF-Preise auch mit jenen der privaten Konkurrenz vergleichen. Strobl spricht von einer Flexibilisierung.

ORF-General Alexander Wrabetz wird den Stiftungsräten zudem einen Bericht über die bisher getroffenen Sparmaßnahmen geben und die geplanten Einsparungen mit Zahlen unterlegen. Ohne Maßnahmen würde der Aufwand des öffentlich-rechtlichen Senders 2013 bei über 1 Mrd. Euro liegen. Mit den von Wrabetz eingeleiteten Maßnahmen soll der Aufwand hingegen inklusive aller Preis- und Lohnsteigerungen bei 880 Mio. Euro liegen, so Strobl.