Die Fusion von Paramount und Warner Discovery macht den ehemaligen ORF- und RTL-Boss auf einen Schlag zu einem der reichsten Österreicher. Jetzt wird schon über ein Comeback in Wien gemunkelt - im ORF oder gar als SPÖ-Spitzenkandidat?
Während der ORF derzeit von einer Krise in die nächste schlittert, macht ein ehemaliger ORF-Chef gerade den Deal seines Lebens: Gerhard Zeiler (70) war von 1994 bis 1998 ORF-Generalintendant. Danach war er 14 Jahre lang Boss des größten deutschen Privatsenders RTL, ehe er in die USA zu Warner wechselte. Dort ist Zeiler als President International bei Warner Bros. Discovery tätig. Mit einem Jahreseinkommen von mehr als 14 Millionen Dollar war Zeiler schon bisher der bestverdienende österreichische Manager.
Paramount-Deal bringt Warner-Chefs Geldregen
Jetzt casht der Wiener aber erst so richtig ab: Paramount übernimmt Warner Bros. Discovery für 110 Milliarden Dollar - was auch für den Warner-Vorstand einen Geldregen bringt. Am Montag teilte das Unternehmen in einer Wertpapiermeldung mit, wie viel die Warner-Manager - etwa durch Aktienoptionen - bekommen, falls der Deal abgeschlossen wird. Alleine CEO David Zaslav wird aufgrund seines Aktien-Pakets 517 Millionen Euro erhalten. Inklusive anderer Zahlungen soll der CEO laut Bloomberg sogar 887 Millionen Dollar cashen!
Zeiler soll insgesamt 90 Millionen Dollar mit Aktien-Deals cashen
Auch für Zeiler zahlt sich der Deal aus: Laut "manager magazin" soll Zeiler Aktienansprüche in Höhe von 90 Millionen Dollar haben. Bereits Anfang März hatte Zeiler davon bereits 400.000 Serie-A-Aktien im Wert von 11.256.000 Dollar (9,5 Millionen Euro) verkauft. Das geht aus einem Bericht der US-Börsenaufsicht SEC hervor. Die restlichen Aktien - also mehr fast 80 Millionen Dollar - kann Zeiler beim Abschluss des Deals mit Paramount zu Geld machen.
Zeiler winkt auch noch Millionen-Abfindung
Tauscht Paramount wie zu erwarten nach der Übernahme den Warner-Vorstand aus, klingelt bei Zeiler gleich nochmal die Kasse: Dank eines "goldenen Fallschirms" winkt ihm dann zusätzlich eine Abfindung in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe. Insgesamt würde Zeiler mit seinen Aktien-Deals dann also weit über 100 Millionen Dollar erhalten. Damit zählt der ehemalige SPÖ-Sekretär mit besten Kontakten in die Wiener Partei auf einmal zu den reichsten Österreichern.
Pension, ORF-Chef oder SPÖ-Spitzenkandidat?
Arbeiten müsste Zeiler dann jedenfalls nicht mehr und könnte in die wohlverdiente Pension gehen. Dennoch wird sein Name in den letzten Tagen immer wieder genannt - und zwar als Überraschungslösung für den ORF-Generaldirektor. Es sei zwar unwahrscheinlich, dass Zeiler sich diese undankbare Aufgabe antun werde, aber einen besseren und unabhängigeren Reformierer für den Staatssender gebe es nicht, sind sich Beobachter einig. "Wenn Zeiler bei einer ORF-Wahl antritt, könnte kein Stiftungsrat rechtfertigen, warum er nicht für den erfolgreichsten österreichischen Medienmanager als ORF-Chef stimmen würde", so ein ORF-Stiftungsrat. Möglich sei aber auch, dass Zeiler ganz andere Pläne habe, wird im Umfeld des Wiener Rathauses kolportiert: Und zwar als SPÖ-Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl anzutreten ...