MOL dürfte tschechische Agip-Tankstellen kaufen

Der ungarische Ölkonzern MOL wird von der italienischen ENI das Netz von insgesamt 124 Agip-Tankstellen in Tschechien übernehmen, berichtete die tschechische Wirtschaftstageszeitung "Hospodarske noviny" unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen. MOL-Sprecher Tamas Berzi wollte sich zu der Information nicht äußern.

"Wir kommentieren nie Spekulationen", sagte er. Laut dem Blatt ist aber die "Transaktion des Jahres" auf dem tschechischen Treibstoffmarkt eine "praktisch fertige Sache".

MOL betreibt in Tschechien bereits 125 Tankstellen Pap Oil und über ihre Tochtergesellschaft Slovnaft weitere 24 Tankstellen. Mit der Übernahme der Agip-Standorte würde MOL mit 273 Tankstellen zum zweitgrößten Spieler auf dem tschechischen Markt nach dem heimischen Unternehmen Benzina aufsteigen.

MOL sollte laut der Zeitung die Akquisition nicht mit Geld zahlen. Bestandteil der Transaktion sei der Tausch der Tankstellen gegen die Öl-Raffinerie im norditalienischen Mantua, die MOL bereits seit längerem wegen des "ungünstigen Wirtschaftsklimas" schließen wolle. Außerdem sollte MOL einen Teil ihrer Tankstellen in Italien der ENI überlassen.

"Hospodarske noviny" schreibt weiter, die Agip-Tankstellen in Tschechien machten Verluste. Nicht einmal der Drittel-Anteil an dem Raffinerie-Unternehmen Ceska rafinerska, das ENI gemeinsam mit der polnischen PKN Orlen besitzt, bringe angeblich Gewinn, deswegen wolle ENI auch diesen verkaufen.

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