Petrischale

Futurelab geht um 300 Mio. Euro an Finanzinvestor

Die Laborgruppe Futurelab hat einen neuen Eigentümer, berichtet "Die Presse". Der Finanzinvestor BC Partners legt demnach 300 Mio. Euro für den Erwerb des heimischen Labordienstleisters auf den Tisch. Bereits seit einem Jahr zieht sich der Bieterkampf um Futurelab hin, das einen finanzkräftigen Partner für geplante Akquisitionen benötigt. Vorübergehend hatte man auch einen Börsegang ins Auge gefasst, diese Pläne aber wieder ad acta gelegt.

BC Partners hatte vor einigen Monaten angekündigt, heuer so viel Geld investieren zu wollen wie im Boomjahr 2007: Damals kaufte man den US-Satellitenbetreiber Intelsat um 16 Mrd. Dollar. Die Transaktion wurde großteils über Schulden finanziert. Vor zwei Jahren erhielt man relativ leicht Kredite.

Ende des Vorjahres kaufte BC Partners, dessen Fonds derzeit knapp zehn Mrd. Euro schwer sind, die Regensburger Elektronikfirma SGB Starkstrom Gerätebau. Dem Finanzinvestor gehören unter anderem auch die Supermarktkette Migros sowie Anteile am US-Büroausstatter Office Depot oder an der britischen Heiztechnikfirma Baxi. Seit seiner Gründung 1986 hat BC Partners 69 Zukäufe um insgesamt 65 Mrd. Euro getätigt.

Heuer will das Private-Equity-Unternehmen vor allem Not leidende Kredite erwerben mit dem Ziel, sich dann später an den Unternehmen zu beteiligen. Übernahmen will man nur mit einem geringen oder ohne Verschuldungsanteil durchführen. Wie BC Partners die Futurelab-Übernahme finanziert hat, ist bisher nicht bekannt. In die Verhandlungen war auch die Raiffeisen Investment AG federführend eingebunden.

Futurelab ist nach eigenen Angaben der größte private Anbieter von medizinisch-diagnostischen Labordienstleistungen in Mittel- und Osteuropa. 2007 erzielte man einen Umsatz von 136 Mio. Euro, für 2008 waren 200 Mio. Euro angepeilt. Die Kunden sind Krankenhauslabors, Ambulatorien und Blutabnahmestellen. Der Konzern beschäftigte im Vorjahr 2.200 Mitarbeiter an 122 Standorten in 7 Ländern.

Futurelab entstand im Jahr 2001 durch eine Fusion von zwei österreichischen Laborgruppen (IMCL und Labor Margareten). In den Folgejahren tätigte man zahlreiche Zukäufe in Zentral- und Osteuropa sowie in der Schweiz und Deutschland. So erwarb man etwa den Züricher Anbieter LogoLab und wurde so zum zweitgrößten Anbieter in der Schweiz. Mit dem Erwerb des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) "Labor Dr. Tiller&Kollegen" erfolgte der Markteintritt in Deutschland.