Skylink

Razzia bei Flughafen- Manager

Der Skylink-Skandal nimmt kein Ende
© oe24

Projektleiter soll sich von der Baufirma bestechen lassen haben.
OE24 auf Google bevorzugen

Der Flughafen-Terminal Skylink kommt nicht zur Ruhe – im Gegenteil: Am Donnerstag fand am Flughafen Wien erneut eine Hausdurchsuchung statt, nachdem schon im Mai bei einer Razzia Beweismaterial sichergestellt wurde. Jetzt durchkämmten Beamte des Landeskriminalamts (LKA) Niederösterreich das Büro sowie zwei Privathäuser des ehemaligen Skylink-Projektleiters – und wurden zum wiederholten Mal fündig.

Der Mitarbeiter – er war vom Baubeginn im Jahr 2005 bis April 2009 Skylink-Projektleiter, danach bis zuletzt als Ingenieur am Flughafen tätig – wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, sein Büro am Flughafen-Gelände von den Beamten versiegelt. Konkret wird dem Ex-Projektleiter – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – vorgeworfen, während seiner Tätigkeit als Bauleiter privat von jener Baufirma profitiert zu haben, die einst den Zuschlag für den Skylink-Innenausbau bekommen hatte.
Oder anders formuliert: Besagte Firma soll den obersten Projektplaner mit besonderen Rabatten bestochen haben, um den Zuschlag für den Skylink-Bau zu erhalten.

Schmiergelder in der Höhe von rund 10.000 Euro

So hätte sich L. beim Umbau seiner privaten Villa über diese Firma besonders hohe Rabatte geholt. In Summe gehe es um rund 10.000 Euro, wie ÖSTERREICH aus Ermittlerkreisen erfuhr.
Der Flughafen bestätigte gegenüber ÖSTERREICH die Hausdurchsuchungen, man wolle in die laufenden Ermittlungen aber nicht eingreifen. „Der Flughafen unterstützt die Behörden in ihren Ermittlungen“, versicherte ein Sprecher gegenüber ÖSTERREICH.

Staatsanwalt ermittelt wegen Untreue
Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch wegen des Verdachts der Untreue gegen Personen und Firmen, die am Bau des Syklink beteigt waren. Vor allem das Projektmanagement und der Innenausbau werden genau unter die Lupe genommen. Die Kosten für den Skylink-Terminal waren um mehr als das Doppelte von 400 Mio. Euro auf 830 Mio. Euro explodiert. Das Management hätte Warnungen ignoriert – und so das Scheitern begünstigt, so der Vorwurf.
Der neue Flughafen-Vorstandsdirektor Ernest Gabmann hat nun einen siebeneinhalbmonatigen Baustopp (Ende Juni 2009 bis Mitte Februar 2010) und die Neuvergabe des Projekts verhängt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden