Schuldenkrise schlägt Italiens Verbrauchern auf die Stimmung

Das Verbrauchervertrauen in Italien ist im Juli auch wegen der Euro-Schuldenkrise überraschend deutlich gesunken. Das entsprechende Barometer fiel im Juli auf 103,7 Zähler von 105,8 Punkten im Vormonat, wie das Statistikamt Istat mitteilte. Damit sackte das Barometer auf den tiefsten Stand seit April. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem geringeren Rückgang auf 104,5 Punkte gerechnet.

Dabei schätzten die Verbraucher die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und für die eigene Finanzlage schlechter ein als zuletzt. Auch die kurzfristigen Perspektiven der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone beurteilten die Konsumenten ungünstiger. Italien war zuletzt wegen seines hohen Schuldenberges ins Visier der Finanzmärkte gerückt und hat sich deshalb ein scharfes Sparprogramm auferlegt. Binnen vier Jahren will die Mitte-Rechts-Regierung von Silvio Berlusconi knapp 48 Mrd. Euro einsparen und sich damit gegen ein Überschwappen der Schuldenprobleme von Staaten wie Griechenland und Portugal wappnen. Der Privatkonsum gilt als Achillesferse der italienischen Wirtschaft.