UniCredit-Chef Ghizzoni stimmt nicht in Krisen-Chor ein

Der Chef der italienischen Bank-Austria-Mutter UniCredit hält die Lage der Banken für weniger dramatisch als viele seiner Kollegen: "Ich sehe keine Krise wie nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman", widersprach Federico Ghizzoni in einem Interview mit dem "Handelsblatt" jüngsten Einschätzungen von prominenten Branchenvertretern.

"Der kurzfristige Interbankenmarkt funktioniert, ist aber ganz klar fokussiert auf die Liquidität der einzelnen Häuser", sagte der Banker. Allerdings zeige sich an den steigenden Einlagen der Banken bei der EZB, dass das Vertrauen unter den Banken nicht mehr so groß sei wie noch vor vier Monaten.

Bei einer Bankenkonferenz Anfang der Woche hatten Spitzenbanker die Lage der Branche in düsteren Farben gemalt. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte Investoren beunruhigt, als er die Situation an den Märkten mit dem Herbst 2008 verglichen hatte. Damals, nach dem Lehman-Kollaps, hatten die Banken einander stark misstraut und kein Geld mehr geliehen.

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