Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert die aktuellen Preissteigerungen an den Zapfsäulen als unverhältnismäßig.
Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert die aktuellen Preissteigerungen an den Zapfsäulen als unverhältnismäßig. Generell würden Preissteigerungen bei Öl, wie aktuell durch den Iran-Krieg, von Tankstellenbetreibern rasch, Senkungen aber spät bzw. kaum weitergegeben, so Experte Daniel Witzani-Haim im Ö1-"Morgenjournal". Außerdem würde sich die Mineralölindustrie oft auf Risikoaufschläge berufen, das sei für ihn "nicht nachvollziehbar". Die Branche weist die Kritik zurück.
"Ich glaube, dass die Lager hier durchaus noch günstigere Preise hergeben würden. Und was man sich vor Augen führen muss, in Österreich wird mehr als die Hälfte des verwendeten Benzins und Diesels vor Ort von der OMV raffiniert. Wir haben außerdem in der Vergangenheit schon gesehen, dass Raffinerien bei Preissteigerungen teilweise ihre Margen erhöhen konnten", sagte Witzani-Haim. Der Arbeiterkämmerer sieht die Preiskommission gefordert, im Rahmen der laufenden Sonderprüfung zu Treibstoffpreisen ein Auge auch auf die Entwicklungen der vergangenen Tage zu werfen.
Tankstellenbetreiber: Orientieren uns an den Märkten
Ähnliche Kritik hatte zuvor der ÖAMTC geäußert. Tankstellenbetreiber wie Turmöl halten dem entgegen, dass man sich lediglich an den Treibstoffbörsen orientieren würde, sagte Unternehmenschef Jürgen Stichenwirth zum ORF-Radio. "Wir spüren natürlich die steigenden Preise, an denen orientieren wir uns. Die Preise, die wir durch die Krise in Nahost sehen an den Märkten, vor allem an der Rotterdamer Börse, sind einfach stark gestiegen."
Auch den Vorwurf, Tankstellen würden für zuvor billiger gekaufte Reserven zu viel Geld verlangen, will der Firmenchef zumindest für sein Unternehmen nicht gelten lassen: "Wir verfügen nur über das, was wir unter dem Boden in der Tankstelle haben, das ist relativ schnell verbraucht." Vom ÖAMTC heißt es, dass andere Anbieter mehr Spielraum bzw. eigene Raffineriekapazitäten hätten.