Warnstreiks bei Deutscher Bahn erwartet

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Warnstreiks bei Deutscher Bahn erwartet

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Am Abend sind Zugausfälle möglich. Auch bei Lufthansa weiter Streiks möglich.

Nach den Piloten bei der deutschen AUA-Mutter Lufthansa ziehen auch Lokführer bei der Deutschen Bahn in den Arbeitskampf. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat für Montagabend von 18 bis 21 Uhr deutschlandweit einen ersten Warnstreik angekündigt. Das am in der Früh vorgelegte neue Angebot der Deutschen Bahn (DB) sei "alter Wein in neuen Schläuchen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem Fernsehsender N24. Er sei "nicht nur enttäuscht" von diesem Angebot; "sondern es macht sich langsam Wut in unseren Kreisen breit".

Der Streik soll vor allem den Güterverkehr treffen, der abends anläuft, aber auch im Personenverkehr ist mit Zugausfällen zu rechnen. Das gilt auch für die S-Bahnen in Berlin und Hamburg. Zum Warnstreik aufgerufen sind neben Lokomotivführern unter anderem Lokrangierführer und Zugbegleiter.

Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr betroffen
Der Ausstand betreffe deutschlandweit alle Verkehrsgesellschaften, auch den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr, sagte GDL-Streikleiter Thomas Gelling der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. "Wir rechnen mit ganz erheblichen Ausfällen." Regionale Schwerpunkte gebe es nicht. Der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Hartmut Petersen, rechnete damit, dass sich im Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 70 bis 80 Prozent der GDL-Mitglieder an dem Warnstreik beteiligen würden.

GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und kürzere Wochenarbeitszeit
Die GDL hatte jedoch nicht nur für die rund 20.000 Lokführer, sondern auch für 17.000 andere Beschäftigte des Zugpersonals Forderungen erhoben. Sie verlangt für sie alle fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit.

Deutsche-Bahn-Vorstand Weber wies den von der Gewerkschaft erhobenen Vorwurf der Blockadehaltung zurück. "Das war nie richtig und das ist es auch jetzt nicht. Wir sind und bleiben verhandlungsbereit", fügte der Bahn-Manager hinzu. Die bisher letzte Verhandlungsrunde mit der GDL ging am 20. August ergebnislos zu Ende, ohne dass ein neuer Termin vereinbart wurde.

Lufthansa-Passagiere müssen weiter mit Streik rechnen
Indes müssen Fluggäste im Tarifkonflikt bei der Lufthansa weiter mit Streiks der Piloten rechnen. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg bekräftigte zwar am Montag, es gebe keine parallelen Streiks mit den Lokführern. "Wir wollen Deutschland nicht lahmlegen." Er ließ aber offen, wann die Piloten erneut streiken wollen. Dies werde den Flugpassagieren rechtzeitig mitgeteilt. Bei der Lufthansa sagte eine Sprecherin: "Uns ist keine neue Streikankündigung bekannt."

Den Ausstand bei der Lufthansa-Tochter Germanwings am vergangenen Freitag hatte die Gewerkschaft rund 24 Stunden vorher angekündigt. Von Streiks könnten auch die Mutter Lufthansa und deren Frachttochter Cargo betroffen sein.

Angesichts der Arbeitskämpfe der beiden Berufsgewerkschaften forderte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer von der Bundesregierung eine gesetzliche Regelung zur Wiederherstellung der Tarifeinheit. Er erwarte ein Gesetz noch in diesem Jahr, sagte er der Tagezeitung "Die Welt".

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