Dubai will "Weltinseln" trotz Krise weiter bauen

Dubai bemüht sich in der Schuldenkrise um Normalität und will den Bau künstlicher Inseln und spektakulärer Sportanlagen schon bald wieder aufnehmen. Binnen weniger Monate will der Baukonzern Nakheel mit Arbeiten an der Insellandschaft "Die Welt" beginnen. Zudem soll eine Golfanlage fertiggestellt werden, die nach dem US-Sportler Tiger Woods benannt ist

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah bin Sajed al Nahajan, erklärte die Krise jedenfalls für beendet. Kreisen zufolge wollen 2 hochrangige Vertreter Dubais noch im Lauf des Tages nach New York reisen, um dort für Vertrauen in die Finanzkraft des Glitzer-Emirats zu werben.

Zwar ist mit der Geldspritze im Volumen von 10 Mrd. Dollar aus dem Nachbaremirat Abu Dhabi zunächst die Zahlungsunfähigkeit der hoch verschuldeten Staatsholding Dubai World abgewendet. Die Sanierung steht aber noch bevor. Dabei will Dubai mit den Gläubigern über die Restrukturierung von Schulden verhandeln, auch der Verkauf von Unternehmensteilen wird geprüft.

Mit der 10-Mrd.-Spritze kann Dubai World seine Schulden bis April bedienen, zudem kommt Nakheel seinen Anleiheverpflichtungen nach. Laut "Financial Times" könnte die Regierung von Dubai auch 2 Nakheel-Anleihen zurückzahlen, die 2010 und 2011 anstehen. Die Regierung erwägt, Dubai World zusätzlich unter die Arme zu greifen. Ende November noch hatte die Regierung die Märkte mit der Ankündigung schockiert, das Emirat garantiere nicht für die Schulden der staatlichen Holding.

Banken hatten Dubais Staatskonzerne unter der Annahme mit Geld überschüttet, dass das reiche Emirat Abu Dhabi im Zweifelsfall einschreitet und die Verpflichtungen übernimmt. Die Turbulenzen hatten Sorgen vor einer neuen Welle der Finanzkrise ausgelöst. Dubai und Abu Dhabi sind beide Teile der Vereinigten Arabischen Emirate, dem weltweit drittgrößten Ölexporteur. Dabei kann aber Abu Dhabi auf etwa 90 % der Vorräte zugreifen, während Dubai kaum über eigenes Öl verfügt.

Das Wüstenemirat arbeitet daher an Alternativen. Dazu gehören unter anderem spektakuläre Bauprojekte wie das höchste Hochhaus der Welt, gigantische Einkaufszentren oder künstliche Inseln. Allerdings sind zuletzt die Bauarbeiten nahezu zum Erliegen gekommen; von 3 geplanten Inseln in Palmenform ist nur eine fertiggestellt. Auch bei den Projekten "Die Welt" und "Das Universum" ruhen die Arbeiten derzeit. Das soll sich aber bald ändern: So sollen bereits etwa 70 % der "Welt"-Inseln verkauft seien. Prominentester Inselherr ist der ehemalige Rennfahrer Michael Schumacher, der das Eiland vom Emir geschenkt bekommen hatte.

Der Golfprofi Tiger Woods erhält dagegen gleich eine ganze Siedlung. Trotz der jüngsten Skandale fühle man sich verpflichtet, die Anlage fertigzustellen, teilte die Entwicklungsgesellschaft Dubai Properties mit und fügte im Namen der Projektgesellschaft hinzu: "Tiger Woods Dubai äußert sich nicht zum Privatleben seiner Partner." Der 33-jährige Sportler war wegen eines Sexskandals in die Schlagzeilen gekommen. Woods hatte eingeräumt, seiner Frau untreu gewesen zu sein. Ehebruch steht in Dubai unter Strafe.