Höchstwert bei Insolvenzen im 1. Halbjahr

Die Wirtschaftskrise fordert sowohl bei Privaten als auch bei Unternehmen ihren Tribut: Für das erste Halbjahr 2009 hat der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) österreichweit 8.742 gerichtsanhängige Insolvenzfälle registriert, um 8,9 Prozent oder 715 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Laut AKV ist das ein Höchstwert.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg um 18 Prozent auf 1.896, die Privatkonkurse erhöhten sich um 7,2 Prozent auf 4.621 Fälle. Durch die Pleiten waren insgesamt 17.302 Arbeitsplätze bedroht, um 38,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Summe der durch die Insolvenzen gefährdeten Forderungen von Gläubigern erhöhte sich um satte 50,3 Prozent auf 2,75 Mrd. Euro.

Insgesamt gab es im Zeitraum Jänner bis Juni 40 Ausgleiche, 6.477 Konkurse, 6.517 eröffnete Verfahren und 2.225 abgewiesene Konkursanträge. Die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Fälle stieg um 5,5 Prozent.

Die meisten Insolvenzen gab es im 1. Halbjahr in Wien (3.025), gefolgt von Oberösterreich (1.226) und Niederösterreich (1.039). Nach Branchen war das "Bauhaupt- und Nebengewerbe" mit 546 Fällen am stärksten betroffen. Danach folgen "Gaststätten und Hotellerie" (532) sowie "Transportunternehmen" (283).

Die im Beobachtungszeitraum angefallenen Großinsolvenzen führt die Marta Unternehmensberatungs GmbH mit Schulden in der Höhe von 167 Mio. Euro an - gefolgt von der FHS Beteiligungsverwaltungs GmbH, deren Verbindlichkeiten 47,7 Mio. Euro erreichen. Die von der Anzahl ihrer Mitglieder größte von Insolvenzverfahren erfasste Unternehmensgruppe ist die in Wiener Neudorf ansässige Schalk-Gruppe mit neun Gesellschaften, über die am 15. Mai gleichzeitig ebenso viele Konkursverfahren eröffnet wurden. Ihre Gesamtverbindlichkeiten liegen laut AKV bei 4,1 Mio. Euro; 268 Mitarbeiter sind betroffen.