Konkurs über slowenische Infond Holding eröffnet

Die Investitionsgesellschaft, bis vor kurzem größter Aktionär der Handelskette Mercator und Mehrheitsaktionär des Getränkekonzerns Pivovarna Lasko, ist im Konkurs. Das Konkursgericht im Maribor hat die Eröffnung des Verfahrens vorgezogen, nachdem das Unternehmen kein Geld für die Gehälter seiner Beschäftigten auftreiben konnte. Ursprünglich sollte erst am 18. Jänner 2010 über den Konkursantrag entschieden werden.

Den Konkurs hatten im Oktober Unternehmen der Pivovarna-Lasko-Gruppe beantragt, denen die Infond mehr als 54 Mio. Euro schuldet. Der größte Gläubiger mit einer Forderung von 72 Mio. Euro ist der Infond-Mehrheitseigentümer, die Investitionsfirma Center Nalozbe, die dem früheren Lasko-Chef Bosko Srot und dem italienischen Geschäftsmann Pierpaolo Cerani gehört. Insgesamt belaufen sich die Schulden der Infond Holding auf 150 Mio. Euro, berichtet die Tageszeitung "Dnevnik".

Infond hatte bereits im Sommer beinahe ihre gesamte Beteiligung von 54 % an Pivovarna Lasko an die Gläubigerbanken verloren. Die Banken kassierten die Anteile, mit denen Infond ihre Kredite besicherte, weil Infond ihre Kredite nicht mehr tilgen konnte. Deswegen verlor die Investmentgesellschaft auch ihre fast gesamte Beteiligung an der Handelskette Mercator, an der sie 25 % hielt.

Konkurs von Center Nalozbe möglich

Medienberichten zufolge ist auch bald mit dem Konkurs von Center Nalozbe zu rechnen. Dies bedeutet das endgültige Aus für das frühere Geschäftsimperium von Srot. Er hatte 2006 über ein komplexes Netz von Beteiligungen Pivovarna Lasko übernommen, was erst im Vorjahr öffentlich bekannt wurde. Er kontrollierte damit nicht nur beinahe die gesamte slowenische Getränkeindustrie, sondern auch die größte Handelskette Mercator sowie auch einen Großteil der Medienlandschaft über die Verlagshäuser Delo und Vecer.

Mit dem Infond-Konkurs und dem erwarteten Konkurs von Center Nalozbe könnten auch Tausende slowenische Kleinaktionäre ihr Geld verlieren. An Infond sind über 32.000 Kleinaktionäre beteiligt, auch Center Nalozbe hat mehr als 33.000 Kleinaktionäre.

Zuvor hatte das insolvente Unternehmen versucht, sich mit einer Kapitalspritze von 417 Mio. Euro vor dem Konkurs zu retten. Die Anfangs Dezember beschlossene Kapitalerhöhung, die mit Teilnahme von ausländischen Investoren durchgeführt werden sollte, wurde jedoch kurz darauf widerrufen. Infond wollte im Jänner bei einer neuen Aktionärsversammlung erneut über die Kapitalaufstockung entscheiden. Die Aktionärsversammlung wird laut Medienberichten nun höchstwahrscheinlich abgesagt.