Tschechischer Notenbanker: Leerverkaufverbot sinnlos

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Ein Vertreter der tschechischen Zentralbank hat Deutschlands Leerverkaufsverbot als sinnlos kritisiert. Die Geschäfte würden einfach in anderen Ländern getätigt, sagte Vize-Gouverneur Miroslav Singer in der Zeitung "Hospodarske Noviny".

Eine solche Maßnahme habe nur Sinn, um den Märkten die Präsenz der Aufsichtsbehörden zu demonstrieren, oder in Zeiten der Panik. "Aber das ist nicht der Fall, die Märkte sind nicht in Panik", sagte Singer.

Sie reagierten einfach nur auf die schlechte Finanzlage in vielen Ländern der Euro-Zone und der EU. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte unter anderem ungedeckte Leerverkäufe von Finanzaktien und Schuldtiteln der Euro-Zone verboten.

Singer kritisierte auch die EU-Pläne zur strengeren Regulierung von Hedgefonds: Diese hätten die Finanzkrise nicht ausgelöst, weshalb die tschechische Zentralbank eine härtere Kontrolle ablehne. Tschechien stellt sich damit als erstes Land an die Seite Großbritanniens, das in Europa die meisten Hedgefonds beherbergt und eine straffere Aufsicht ablehnt.

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