Ungarn schränkt Fremdwährungskredite ein

Die ungarische Notenbank möchte künftig die Aufnahme von Fremdwährungskrediten einschränken, indem den Kreditnehmern Begrenzungen auferlegt werden. Die Notenbank (MNB) hätte in der Vergangenheit lauter gegen die Verschuldung in fremden Währungen auftreten sollen, gestand der ungarische Notenbankchef Andras Simor.

Derzeit sind rund 1,7 Mio. Ungarn in Fremdwährungen verschuldet, durch jeden Währungsverfall des Forint wird die Rückzahlung schwieriger. Die nun von der Notenbank forcierten Vorschläge, die noch auf der politischen Ebene beschlossen werden müssten, sollen jedoch nur neue Kredite betreffen.

Demnach soll künftig bei Immobilien-Krediten in ungarischen Forint die Kreditsumme 70 % des Immobilienwerts nicht überschreiten, 30 % müssten selbst finanziert werden. Bei Euro-Krediten sinke die mögliche Kreditsumme auf 54 %, bei Schweizer Franken, Yen und anderen Währungen solle die Kreditsumme in der Fremdwährung 30 % des Hauswerts nicht überschreiten.

Dies werde die Privaten davon abhalten, sich zu hoch in fremder Währung zu verschulden und damit zusätzlich zum Kreditrisiko noch das Risiko von Währungsschwankungen auf sich zu nehmen, ist Simor überzeugt.

Enorme Kreditrückzahlung

Künftig sollen die neuen Regelungen auch verhindern, dass die monatliche Belastung durch die Kreditrate 30 % des Monatseinkommens übersteige. Derzeit müssen ungarische Haushalte bis zu 70 % ihres Monatseinkommens für die Kreditrückzahlung aufwenden. Als angenehmen "Nebeneffekt" der neuen Regeln erwartet sich die Notenbank, dass die Schwarzarbeit zurückgedrängt werde, wenn die Kredithöhe vom dokumentierten Einkommen abhänge.

Simor verteidigte die drakonische Sparpolitik und die tiefen Einschnitte ins Pensions- und Sozialsystem: Dank des strikten Sparkurses werde die ungarische Wirtschaft heuer "nur" um 6-7 % schrumpfen. Wenn der IWF, EU, internationale Finanzinstitutionen und der Finanzmarkt Ungarn in der Krise den Geldhahn abgedreht hätten, wäre die Schrumpfung zwischen 10 und 20 %zent gelegen.

Der ungarische Staat sei zu sehr vom ausländischen Kapitalzustrom abhängig und habe sich zu hoch verschuldet. "Jetzt müssen wir den Preis zahlen für die Fehler der vergangenen Jahre", konstatierte Simor.

Die Ungarn hätten derzeit gar keine andere Wahl als eine "prozyklische" Wirtschaftspolitik, für eine antizyklische Wirtschaftspolitik fehle das Geld. Das von der Krise schwer getroffene Ungarn ist von einem 20 Mrd. Euro schweren Nothilfekredit abhängig, den IWF, Weltbank und EU im Herbst 2008 zugesagt hatten, um das Land vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten.