Hormondiät – Das gesunde Abnehm-Geheimnis?

So funktioniert der US-Trend

Hormondiät – Das gesunde Abnehm-Geheimnis?

In den USA schwören viele Stars und Sternchen auf die Diät, die für einen Neustart des Hormonsystems und dadurch zu Abnehm-Erfolgen führen soll.

Dass ausgeglichene Ernährung und Bewegung zentral für einen gesunden Lebenswandel sind, ist allgemein bekannt. Die meisten Ernährungsspezialisten vergessen jedoch einen weiteren Faktor, der großen Einfluss auf unseren Körper nehmen kann: die Hormone.

So beeinflussen Hormone unseren Körper

Hormone sind Botenstoffe, die Informationen und Nachrichten im Körper transportieren. Bei den meisten Menschen bekannt sind Sexualhormone, die den Geschlechtstrieb steuern und sich mit Pubertät, Periode und Schwangerschaft verändern. Aber der menschliche Körper verlässt sich darüber hinaus auf zahlreiche weitere Hormone, die unter anderem mit der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse und den Nebennieren arbeiten und so beispielweise den Stoffwechsel und unsere Stimmungen beeinflussen.  

Die unterschiedlichen Hormone arbeiten dabei oftmals zusammen und wirken sich aufeinander verstärkend oder vermindernd aus. Das heißt: Ist ein Hormon aus dem Gleichgewicht, kann das Folgen für den gesamten Körper haben.

Die Hormon-Diät

Auf dieser Erkenntnis baute die US-amerikanische Gynäkologin Dr. Sara Gottfried ein ganzes Ernährungsprogramm auf. Sie selbst bemerkte mit zunehmendem Alter eine stetige Gewichtszunahme, der sie mit gesunder Ernährung und Sport jedoch nur wenig entgegenwirken konnte. Ihr Fazit: Der Hormonhaushalt sei schuld. Nach ihrer Philosophie müsse man den Hormonstoffwechsel „neustarten“, sobald dieser aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mit dem Problem einer sich verändernden Hormonbalance sähen sich gerade Frauen in den Wechseljahren konfrontiert.

So funktioniert das Programm

Sieben Hormone bzw. Hormongruppen sollen mit der Hormon-Diät nacheinander neugestartet werden: Testosteron, Östrogen, Insulin, Cortisol, Leptin, Schilddrüsenhormone und Wachstumshormone. Und so funktioniert die Diät: Jeweils drei Tage lang soll man auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten oder sie durch andere ersetzen und somit das dazugehörige Hormon zu einem „Neustart“ bringen.

Angefangen mit Alkohol soll nach 72 Stunden nacheinander auf Fleisch,  Milchprodukte, Koffein, Zucker und Gluten verzichtet werden. In Verbindung mit regelmäßiger Bewegung soll man dadurch in 21 Tagen bis zu sieben Kilo abnehmen können. Nach dem Ende der 21 Tage kann man die Lebensmittel, auf die man verzichtet hat, langsam wieder  in seinen Speiseplan einführen.

Zusätzlich zu den von Dr. Gottfried als „Hormonstörer“ bezeichneten Lebensmitteln, auf die man nacheinander verzichten soll, führen Experten auch sogenannte „Hormonregulierer“ an. Zu diesen zählen:

  • Grüner Tee
  • Pflanzliche Öle wie Olivenöl und Kokosöl
  • Avocados
  • Nüsse und Samen

Laut Sara Gottfried soll man außerdem während der gesamten Dauer des Programms viel Wasser trinken und täglich 500 Gramm Gemüse konsumieren.

Wie effektiv ist die Hormon-Diät?

Tatsächlich ist wissenschaftlich belegt, dass die Hormone auf Stoffwechsel und Gewicht Einfluss nehmen können. Demnach kann eine Ernährung, die auf ihren persönlichen Hormonhaushalt abgestimmt ist, durchaus gesundheitliche Vorteile bringen. Viele Liebhaber der Hormon-Diät mögen am Programm außerdem, dass man dabei keine Kalorien zählen muss.

Aber Achtung: Eine derartig drastische Ernährungsumstellung ist nicht für jeden. Menschen mit Schilddrüsenproblemen und ähnlichen Vorerkrankungen sollten eine Diät jeglicher Art vorher mit ihrem Arzt absprechen. Darüber hinaus ist es auch für gesunde Menschen sinnvoll, vor dem Start der Hormondiät ein Blutbild machen zu lassen. Nur wenn Sie wissen, wie ihr Hormonhaushalt derzeit aufgebaut ist, können Sie für Ihren Körper die richtigen Entscheidungen treffen.

Faktor Schlaf

Ein weiteres Element, das ihren Hormonhaushalt stark beeinflussen kann, ist der Schlaf. Denn zahlreiche Forschungserkenntnisse zeigen, dass Schlafmangel schon nach wenigen Nächten zu einer Störung des Hormonhaushalts führen kann. Beispielsweise kann es zu einer Störung des Kortison-Spiegels kommen. Das kann beim Menschen die Stoffwechselerkrankung Insulinresistenz hervorrufen, auf die in einigen Fällen Altersdiabetes und Übergewicht zurückzuführen ist.

Wer gestresst oder zu spät zu Bett geht, kann einen erhöhten Insulin- und Cortisolwert hervorrufen. Um zu verhindern, dass der Körper aus seiner Hormonbalance gerät und mehr Fett produziert, sollte man also nicht nur auf seine Ernährung, sondern auch auf seine Schlafgewohnheiten achten.