Asyl-Skandal um über 100 Corona-Fälle bei Post

Virus-Explosion in Verteilerzentren

Asyl-Skandal um über 100 Corona-Fälle bei Post

Der Ursprung der neuen Corona-Fälle soll ein Flüchtlingsheim in Wien-Erdberg sein.

Wien/NÖ. „Die Situation ist in höchstem Maße dramatisch“, berichtet ein hochrangiger ­Insider der Post AG. Die zwei größten Logistik- und Verteilzentren der heimischen Post in Ostösterreich – Hagenbrunn und Wien-Inzersdorf – sind seit Freitag völlig lahmgelegt. Mittlerweile türmen sich bereits 250.000 Pakete, die nicht mehr ausgeliefert werden können. Jetzt versucht das Bundesheer, einen Notbetrieb aufzubauen, damit die Zustellung wenigstens halbwegs aufrechterhalten werden kann.
 
Hinter dem Chaos in den beiden Post-Logistikzentren verbirgt sich ein Corona-Skandal, der auch die Ursache dafür ist, dass die Infektionszahlen plötzlich wieder ansteigen.
 
© viyana manset haber
 
Wie ÖSTERREICH aus meh­reren internen wie externen Quellen bestätigt bekam, sollen Leiharbeiter, die zur Bewäl­tigung der Zustellung von Onlineprodukten in der Lockdown-Zeit in die Postverteilzen­tren der Ostregion gebracht wurden, die Krankheit an die Standorte nach Hagenbrunn und Inzersdorf gebracht haben.
 
Hilfsarbeiter aus Somalia. Mittlerweile haben Innen- und Gesundheitsministerium begonnen, die Spur der Corona-Infizierten nachzuverfolgen, und sollen auf unfassbare Missstände gestoßen sein:
 
  • Fast alle Infizierten, die das Covid-19-Virus in die Verteilzentren der Post eingeschleppt haben, sollen Schwarzafrikaner aus Somalia sein.
  • Die Hilfsarbeiter wurden an die Post von zwei Leiharbeitsfirmen vermittelt und stammen zum größten Teil aus zwei großen Wiener Asylheimen im 3. und 17. Bezirk.
  • Ein Teil dieser Asylwerber wurde offenbar bereits vor Tagen im Asylzentrum Wien-Erdberg positiv auf Corona getestet, wurde dann in Quarantäne ins Wiener Messezentrum gebracht, ist aus diesem Quarantänezentrum aber dann geflohen, nachdem das Betreuungspersonal gewaltsam bedroht wurde. Diese mehrere Dutzend Asylwerber sind danach untergetaucht und dann von „ihren“ ­Logistikfirmen an den darauffolgenden Tagen, offenbar infiziert, in Bussen zur Arbeit in die Post-Logistikzentren gefahren worden. Dort haben sie dann flächendeckend zahlreiche andere Mitarbeiter angesteckt.
  • Völlig unklar ist, ob die Somalier legal oder illegal in den Post-Verteilzentren gearbeitet haben. Laut Insider jobben sie als „Gewerbetreibende“, also als Ein-Personen-Unternehmen, weil das für Asylwerber legal ist.
 
„Wahlkampf-Bombe“. Im bevorstehenden Wiener Wahlkampf kann diese „Corona-Bombe“ unter Asylwerbern jetzt auch zu einer „Wahlkampf-Bombe“ werden. Vor allem Gesundheitsstadtrat Peter Hacker dürfte massiv unter Beschuss geraten.
 

Alle Mitarbeiter von Verteilzentrum jetzt in Quarantäne

Alarmstufe Rot gibt es im Verteilzentrum Hagenbrunn – hier müssen alle in Quarantäne.
 
Bis Freitagabend wurden alle 371 Mitarbeiter des Post-Verteilzentrums Hagenbrunn auf eine mögliche Infektion mit SARS-CoV-2 getestet – einer bzw. mehrere infizierte schwarzafrikanische Leihfirma-Arbeiter sollen das Virus wohl aus einem Flüchtlingsheim an den Logistikstandort gebracht haben (siehe rechts). Am vergangenen Montag wurden 30 Kollegen positiv getestet, am Freitag waren es schon 79.
 
Quarantäne verhängt. Um das Virus einzudämmen und den Weiterbetrieb sicherzustellen, wurde beschlossen, die ganze Belegschaft des Verteilzentrums in Quarantäne zu schicken. Am Samstag wurde unter Polizeiaufsicht eine letzte Schicht gefahren – dann erhielten die Mitarbeiter ein sechssprachiges Infoblatt, auf dem stand, wie sie sich zu Hause „absondern“ sollen.
 
Auch die Bundesheer-Soldaten wurden vor ihrem Einsatz getestet
 
Heer im Einsatz. Gleichzeitig rückte aus Korneuburg die ABC-Abwehrkompanie des Bundesheeres an, um ab Sonntagfrüh das gesamte Gebäude zu desinfizieren. Danach übernahmen 250 Soldaten der Streitkräftebasis (vorübergehend) alle anstehenden Arbeiten – nächtigen sollen sie in einer eigens errichteten Zeltstadt. Am Montag wollen sich Verteidigungsministerin Tanner und Postgeneral Pölzl vor Ort ein Bild von der Lage machen.
 
 
Auch 2. Zentrum betroffen. Im zweiten Verteilzentrum in Inzersdorf erkrankten mindestens 30 Mitarbeiter, Insiderquellen berichten aber schon von bis zu doppelt so vielen. Das Hygienezentrum der Stadt Wien ist hier zuständig.
 
Spur zu Asylheim. Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bestätigte die ÖSTERREICH-Story, dass es einen Konnex zwischen den Fällen in den Post-Verteilungszentren und dem geschlossenen Asylheim in Wien-Erdberg gebe – und zwar die Leiharbeitsfirmen. „Fast alle Fälle in Wien hängen an diesem roten Faden“, so Hacker. In diesem Cluster liegt auch der derzeit wegen eines Corona-Falls geschlossene Kindergarten in Wien-Liesing. Die dort positiv getestete Mitarbeiterin ist mit einem der infizierten Leiharbeiter verheiratet.
 
Der Paketzustellung droht ab morgen ein tagelanges Chaos. Und das Gesundheitsministerium zittert vor einer Explosion der Neuinfektionen durch das Asyl-Chaos in Wien.
 
 

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