Belgrader Impf-Programm steht auch Serben in Österreich offen

Corona-Vakzin

Belgrader Impf-Programm steht auch Serben in Österreich offen

Dauerhafter Aufenthalt oder serbischer Pass als Voraussetzung für Impfung.

Wien. Ein offizieller Impfaufruf des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic ist zwar nicht überliefert, aber das serbische Corona-Impfprogramm steht grundsätzlich auch den in Österreich lebenden Serben offen. Wie die serbische Botschaft in Wien der APA am Montag auf Anfrage bestätigte, ist ein serbischer Pass unabhängig vom Wohnort die Voraussetzung für eine Corona-Impfung in Serbien.
 
"Die Botschaft der Republik Serbien in Wien hat leider keine Auskunft über die Aussage von Präsident Vucic, die Sie erwähnt haben", hieß es von einer Sprecherin zu Berichten, wonach Vucic auch die in Österreich lebenden Serben zur Teilnahme am Impfprogramm in seinem Land aufgerufen habe.
 
Es können aber "alle Personen, die die Voraussetzungen erfüllen" per Registrierung im Online-Portal einen Antrag auf den Impfstoff stellen, hieß es weiter. Die Voraussetzungen seien dabei "ähnlich wie in Österreich". "Um am Impfprogramm teilnehmen zu können, müssen Personen entweder serbische Staatsbürger sein oder einen dauerhaften Aufenthalt in Serbien angemeldet haben." Nach aktuellen Daten der Statistik Austria haben 122.116 Bewohner Österreichs die serbische Staatsbürgerschaft.

Schnelles Corona-Impfprogramm

Serbien zählt zu den Staaten mit dem schnellsten Corona-Impfprogramm Europas. Ministerpräsidentin Ana Brnabic sagte am Montag, dass bereits 18 Prozent der Wohnbevölkerung geimpft worden sei und man noch diese Woche die USA überholen und sich bei der relativen Zahl der Geimpften an die weltweit fünfte Stelle schieben könnte. Bereits an zweiter Stelle hinter Israel liege Serbien, was die Anzahl der vollständig immunisierten Personen betrifft.
 
Serbien setzt bei seinem Impfprogramm auch auf nicht in der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe wie jenen von Sinopharm oder Sputnik V. Allerdings kann man bei der Registrierung auch eine Präferenz für einen der Impfstoffe angeben.
 
Brnabic sagte, dass bereits zwei Millionen Impfstoffdosen im Land eingetroffen sein. Drei Viertel davon sind chinesischen Ursprungs. Für Montagnachmittag wurde eine weitere Lieferung mit 46.800 Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs erwartet, morgen sollten 50.000 Dosen von Sputnik V ankommen. Im März werden rund 600.000 Dosen im Land erwartet. Allerdings gab Brnabic auch bekannt, dass der Zeitraum für die zweite Astrazeneca-Teilimpfung von 21 Tagen auf zwölf Wochen verlängert wird. In diesem Zeitraum soll nämlich eine weitere Lieferung von 150.000 Dosen des AZ-Impfstoffs einlangen.
 
Bezüglich des Pfizer-Impfstoffs hatte Gesundheitsminister Zlatibor Loncar am Freitag von einer neuen Vereinbarung mit dem Hersteller berichtet. Demnach sollen im zweiten Quartal 1,2 Millionen Dosen im Land einlangen, um 700.000 mehr als bisher geplant. Im dritten Quartal sollen es weitere 1,19 Millionen Dosen sein, um 790.000 mehr als geplant.
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