Italien diskutiert über Impfpflicht für Schüler

Coronavirus

Italien diskutiert über Impfpflicht für Schüler

Debatte auch über Impfzwang für Lehrerpersonal  

In Hinblick auf den Beginn des neuen Schuljahres im Herbst diskutiert Italien nun auch über eine Impfpflicht für Schüler. Dafür sprach sich der Verband der italienischen Schulleiter aus. Sollten nicht genügend Schüler geimpft werden, sei der Präsenzunterricht im September nicht garantiert, warnte der Verband.

Das Kabinett von Regierungschef Mario Draghi prüft derzeit die Einführung einer Impfpflicht für Lehrer, wie sie bereits seit Mai für das Gesundheitspersonal gilt, berichtete Bildungsminister Patrizio Bianchi am Mittwoch. Bisher sei rund 85 Prozent des Schulpersonals geimpft, es wurden jedoch regionale Unterschiede festgestellt. Eine Entscheidung über die Impfpflicht des Lehrerpersonals soll noch diese Woche getroffen werden, berichteten italienische Medien.

Das Thema Impfpflicht spaltet die Regierungskoalition in Rom. Während Sozialdemokraten (PD), die Fünf-Sterne-Bewegung und andere Zentrumsparteien auf die Einführung einer Impflicht für Lehrer drängen, wehren sich Rechtsparteien - allen voran die Lega - dagegen. Lega-Chef Matteo Salvini sprach sich für Speicheltests aus, um Schüler regelmäßig zu kontrollieren, ohne auf Nasenflügeltests setzen zu müssen. Mehr als 53 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre wurden bisher vollständig geimpft.

Ex-Premier Giuseppe Conte meinte, die Regierung müsse alles Erdenkliche unternehmen, um ab September wieder Präsenzunterricht zu ermöglichen. "Wir haben schon zu lange auf Fernunterricht zurückgegriffen. Jetzt müssen wir die Voraussetzungen für einen sicheren Neustart des Schuljahres in der Klasse schaffen", sagte der Fünf-Sterne-Politiker.
 



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