Kurz warnt vor zweitem Lockdown

Erneut 580 Fälle in Österreich

Kurz warnt vor zweitem Lockdown

Der stetige starke Anstieg an Covid-Positiven lässt Regierung jetzt reagieren.

Wien. „Werden wir alle wieder vorsichtiger und nehmen wir die Situation wieder ernst. Unser klares Ziel ist es, dass wir einen zweiten Lockdown verhindern. Das gelingt uns aber nur, wenn jeder einen Beitrag leistet und die Maßnahmen eingehalten werden“, appellierte gestern Kanzler Sebastian Kurz.

Gestern gab es bis 11 Uhr zunächst 580 neue Coronavirus-Fälle im Vergleich zu Donnerstag, da waren es sogar fast 700 – am Abend dann der Schock: Bis 20 Uhr gabe es schon 855 neue Fälle. Deshalb verschärft die Regierung nun wieder die Maßnahmen. Neben einer Maskenpflicht für geschlossene Räume (siehe rechts), die im EU-Raum minus Skandinavien längst gilt, wird auch die Zuschauerzahl bei Events wieder reduziert.

Rate: 443 Infektionen im Siebentagesschnitt 

Anstieg. Maßnahmen, die bedeuten, dass ganz Österreich de facto auf Gelb geschaltet wurde, obwohl die Corona-Ampel (siehe unten) nur wenige Bezirke gelb einfärben wollte.

Im Siebentagesschnitt kommt Österreich bereits auf 443 tägliche Neuinfektionen und damit auf drei Mal mehr als Deutschland im Pro-Kopf-Vergleich. Von den gestern 13.789 Covid-Tests waren 4,91 Prozent positiv. Diese Rate ist deutlich gestiegen. Im Juni lag sie im Siebentagesschnitt noch bei 0,5 Prozent.

Es wird freilich auch mehr getestet als im Juni – als die Fallzahl noch deutlich unter 100 Infektionen lag. Damals wurden im Schnitt weniger als 7.000 Tests pro Tag durchgeführt. Heute sind es durchschnittlich 11.500 – also klar unter den angepeilten 15.000 pro Tag. Aber: Im Juni waren pro 1.000 Tests 5 Covid-positiv, jetzt sind es 39.

Ärzte: Spitäler alarmierten die Regierung jetzt

Veränderung. Noch vergangene Woche schien das Gesundheitsministerium die Lage aufgrund niedriger Hospitalisierungsraten entspannter zu sehen. Aber: Auch hier gibt es – vor allem in Wien, Oberösterreich, Tirol und auch Vorarlberg – einen Anstieg. Von deutlich unter 100 Patienten müssen mittlerweile über 205 Menschen mit schweren Covid-Verläufen in Spitälern versorgt werden. Die Spitäler dürften auch die Regierung alarmiert haben.

Großevent: 10.000 Zuschauer im Stadion

Verordnung. Da entsprechende schärfere Verordnungen fehlten, durften gestern trotz hoher Fallzahl 10.000 Zuschauer zum Rapid-Spiel in Wien. Ein letztes Experiment?

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