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PCR-Test erkennt neue Corona-Mutation nicht

Experten schlagen Alarm: Die neue Variante ist offenbar durch PCR-Tests nicht erkennbar.

Frankreichs Gesundheitsbehörden haben eine neue Variante des Coronavirus gemeldet, bei der ein Nachweis über die herkömmlichen PCR-Tests erschwert sein könnte. Es habe mehrere Patienten gegeben, die typische Symptome von Covid-19 aufgewiesen, aber ein negatives PCR-Testergebnis erhalten hätten, teilte die Generaldirektionen des französischen Gesundheitsministeriums mit. Aufmerksam wurden die Behörden demnach bei einem Ausbruch in einem Krankenhaus in Lannion in der Bretagne.

"Die ersten Analysen dieser neuen Variante lassen nicht den Schluss zu, dass sie ernster oder übertragbarer ist als das ursprüngliche Virus", hieß es zur Risikoeinstufung gegenüber dem sogenannten Wildtyp von SARS-CoV-2. Eingehende Untersuchungen seien im Gang. Die Gesundheitsbehörden stuften die Variante als "variant under investigation" ein, also eine genau zu beobachtende. Die Generaldirektion betonte, dass Viren sich ständig weiterentwickeln und dementsprechend Systeme zur Überwachung eingerichtet worden seien.

Exponentielles Wachstum

In Deutschland sieht der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert-Koch-Institut (RKI) das Infektionsgeschehen indes wieder in einem exponentiellem Wachstum und hat die Lockdown-Lockerungen scharf kritisiert. Bei der Entwicklung der Fallzahlen und Inzidenzen gebe es derzeit im Wesentlichen einen Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, sagte der Experte im ARD-Fernsehen. "Wir sind genau in der Flanke der dritten Welle. Da gibt es gar nichts mehr zu diskutieren." In diese Flanke herein sei gelockert worden und das habe dieses exponentielle Wachstum beschleunigt, das es bereits durch die neue britische Virusvariante B.1.1.7 gegeben habe. Deutschland gehe nun "voll in das exponentielle Wachstum" hinein. "Das ist total irrational gewesen, hier zu lockern. Das befeuert nur dieses exponentielle Wachstum."

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen stieg in Deutschland mit 5.480 dem RKI zufolge binnen einer Woche um mehr als 1.000: Am Dienstag vor genau einer Woche waren 4.252 Neuinfektionen gemeldet worden. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 238 weitere Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tages-Inzidenz) lag laut RKI bei 83,7. Vor etwa vier Wochen, am 16. Februar, hatte sie noch 59 betragen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2,581.329 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,15. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 115 weitere Menschen anstecken.