So viele Regeln für die Schulkinder - kann das klappen?

Comeback in den Klassen am Montag

So viele Regeln für die Schulkinder - kann das klappen?

Vor dem Comeback des Unterrichts in den Klassen prasselt viel Kritik auf den Bildungsminister nieder: Es gebe "zu viele Regeln", besonders die Maskenpflicht für die ganz Kleinen sei "absurd".

Wenige Tage vor dem tatsächlichen Start in den Klassenzimmern am kommenden Montag gehen auf Facebook und Twitter die Emotionen vieler Eltern von Schulkindern hoch: Sie kritisieren in ihren Statements die große Masse an Regeln - die Realitätsferne jener Personen, die diese Regeln verordnet hätten.

So sagt eine Mutter in Wien-Währing im Gespräch mit oe24: "Wenn die Infektionsgefahr für die Kinder so gering ist, wie uns immer mitgeteilt wird, dann sollen die Schulen ganz normal und ohne großes Tamtam öffnen. Sollte das aber nicht stimmen, dann sollten die Schulen eben noch bis Herbst zu bleiben - die vielen Regeln und die zeitweise Maskenpflicht würden da doch auch kaum helfen."

Und tatsächlich sind es viele Vorgaben, die selbst die kleinsten Taferlklassler befolgen müssen:

- Der Einlass ist genau geregelt, zwischen 7.30 und 8.00 Uhr für alle Kinder, für manche Klassen gibt's oft andere Zugänge . . .

- Für alle gilt beim Eintreten ein 2-Meter-Abstand zu den Schulkollegen und Maskenpflicht.

- Die Kinder müssen "auf schnellstem Weg" in ihre Klassenzimmer, ohne Stehenbleiben. Die Hausschuhe dürfen erst später geholt werden.

- Nur in den Unterrichtsstunden dürfen die Schutzmasken abgenommen werden.

- Beim Verlassen des Sitzplatzes muss die Schutzmaske wieder aufgesetzt werden (WC oder Pause).

Kinder sollen in Pausen auf Platz sitzen bleiben

- Die Pausen sollten die Kinder "am Besten am Platz sitzend" verbringen, schreibt etwa eine Schulleitung in ihrem Brief an die Eltern.

- Für die Gartennutzung dürfen nur "acht Kinder gleichzeitig" draussen sein, die Gruppen dürfen nicht gemischt werden.

- Das Unterrichtsende wird ebenfalls nach Gruppen gestaffelt stattfinden, die Kinder werden "in Einserreihe mit Abstand (ausgestreckter Arm) und Maske bis zum Schultor geführt, gibt eine Schuldirektion vor.

- Eltern dürfen die Schulen keinesfalls betreten.

- Für Kinder, die keinen Unterricht haben, wird Hausübungsmaterial mitgegeben, es gibt kein E-Learning mehr.

Alle Regeln für nur 15 Tage Unterricht . . .

- Für Schüler, die mittels Formular entschuldigt sind (es gibt jetzt keine gesetzliche Pflicht für eine Anwesenheit in der Schule), müssen die Eltern persönlich die Arbeitsunterlagen in der Schule abholen. Das Material wird also nicht per E-Mail verschickt - und es gibt keine Hilfe für die fernbleibenden Kinder bei der Erarbeitung des neuen Stoffs.

- Für Kinder, deren Gruppe frei hat, aber die Eltern berufstätig sind, wird es weiter eine Betreuung in den Schulen geben.

All diese Regeln müssen die meisten Kinder aber ohnehin nur 15 oder 16 Tage befolgen, dann beginnen die Sommerferien. Ein Vater eines Volksschülers meinte dazu: "Da wäre wohl besser gewesen, das E-Learning hochprofessionell auszubauen, als so viel Energie und Geld in wenige Tage Schulbetrieb zu stecken und noch dazu eine Infektion zu riskieren. Und wer glaubt bitte noch, dass dieses Virus im September weggezaubert ist? Oder bei einer zweiten Welle? Da wird wohl auch wieder richtig gutes E-Learning nötig sein."

© oe24
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