Lockdown-Studie: So tödlich ist er

Dramatische Folgen

Lockdown-Studie: So tödlich ist er

Lockdown-Studie belegt: Menschen starben allein zu Hause, weil sie sich nicht zum Arzt trauten. 

Im Kampf gegen das Coronavirus setzten fast alle europäischen Länder derzeit auf einen neuerlichen Lockdown (light). Unklar ist aber weiterhin, welche Folgen der erste Shutdown im Frühling dieses Jahres überhaupt hatte. Eine deutsche Lockdown-Studie des Klinikums Hochrhein in Waldshut-Tiengen kommt nun zu einem äußerst interessanten Ergebnis. Im April wurde eine deutliche Übersterblichkeit registriert. Viele Menschen starben demnach wegen Corona, aber auch wegen des Lockdowns. 
 

Lockdown-Studie enthüllt Übersterblichkeit

Im Landkeits Waldshut (ca. 165.000 Einwohner) starben im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 im April 165 Menschen. Dieses Jahr waren es 227, was einer Übersterblichkeit von 37 Prozent entspricht. Von den 62 zusätzlichen Todesfällen lassen sich aber nur 34 mit Corona in Verbindung bringen, die 28 restlichen nicht.
 
Studienautor Dr. Stefan Kortüm erklärt die Ergebnisse gegenüber der BILD. „Parallel zum Anstieg der Sterblichkeit gingen die stationären Aufnahmen oder Komplikationen chronischer Krankheiten im Vergleich zum April 2019 um 73 % zurück.“ Fast die Hälfte der Übersterblichkeit stehe „im Zusammenhang mit der reduzierten Nutzung medizinischer Notfallstrukturen“, so der Arzt.
 

Menschen gingen nicht zum Arzt

Dies bedeutet, dass während des Lockdowns viele Menschen – wohl aus Angst vor Corona – nicht zum Arzt gingen. „Insbesondere Menschen mit akuten Verschlechterungen chronischer Krankheiten, etwa Lungen- oder Herzkrankheiten, aber auch Tumor-Erkrankungen, haben in diesem Zeitraum keine medizinische Hilfe gesucht“, erklärt Dr. Kortüm.  Besonders tragisch: Mehr als doppelt so viele Menschen wurden leblos alleine aufgefunden. 
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