Facebook-Skandal: Eigene Fake News verbreitet

Zuckerberg "ahnungslos"

Facebook-Skandal: Eigene Fake News verbreitet

Chef des Netzwerks zeigt mit dem Finger auf sein Kommunikationsteam und gelobt Besserung.

Während Facebook gerade mit einer  großen Anti-Fake-News-Offensive  das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen will, wurde nun bekannt, dass das Online-Netzwerk selbst eigene falsche Nachrichten in Umlauf brachte. Mark Zuckerberg soll davon nichts gewusst haben. Der Facebook-Chef hat nach eigenen Angaben erst aus einem Bericht der "New York Times" erfahren, dass seine Plattform eine PR-Firma beschäftigt hat, die Kritiker in ein schlechtes Licht rücken sollte. "Jemand aus dem Kommunikationsteam muss sie angeheuert haben", sagte Zuckerberg am Donnerstag (Ortszeit) in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

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Offenbar auch Sandberg nicht informiert

Auch Geschäftsführerin und Zuckerbergs rechte Hand, Sheryl Sandberg, die sich bei Facebook viel mit politischen Fragen befasst, habe davon nichts gewusst. Facebook wolle jetzt Beziehungen zu PR-Agenturen auf den Prüfstand stellen, um mögliche weitere ähnliche Fälle herauszufiltern. Auch wenn andere zu solchen Methoden griffen, "das ist nicht die Art, wie ich das Unternehmen führen will", betonte Zuckerberg. Er wies Kritik daran zurück, dass er nicht über diese Geschehnisse informiert gewesen sei. In einer Firma von der Größe von Facebook werde es immer passieren, dass Mitarbeiter etwas machten, wovon er nichts wisse.

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PR-Firma "Definers"

Facebook räumte nach dem Zeitungsbericht ein, dass das Online-Netzwerk mit der PR-Firma Definers zusammengearbeitet habe. Diese habe Journalisten ermutigt, sich die Finanzierung der Organisation "Freedom from Facebook" (Freiheit von Facebook) genauer anzusehen. Dabei sei angedeutet worden, dass unter ihren Geldgebern der Finanzier und Mäzen George Soros sei, der ein häufiges Angriffsziel für Konservative wie US-Präsident Donald Trump - aber auch für antisemitische Verschwörungstheorien - ist.

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Facebook hat Geschäftsbeziehung beendet 

"Die Absicht war, zu demonstrieren, dass es nicht einfach nur eine spontane Basiskampagne war, wie von ihr behauptet, sondern sie von einem bekannten Kritiker unseres Unternehmens unterstützt wurde", verteidigte sich Facebook. Die Geschäftsbeziehung zu Definers sei "vergangene Nacht" beendet worden, hieß es zugleich. Soros' Stiftung wies eine Verbindung zu "Freedom from Facebook" zurück.

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Unabhängiges Gremium startet

Zuckerberg kündigte in der Telefonkonferenz für kommendes Jahr auch ein neues unabhängiges Gremium an, an das sich Nutzer wenden können, die mit der Löschung ihrer Inhalte durch Facebook nicht einverstanden sind. Details dazu gab es zunächst nicht. Zuckerberg versicherte zudem, dass die Facebook-Führung nicht versucht habe, die Untersuchungen zu russischen Propaganda-Kampagnen beim Online-Netzwerk im Umfeld der US-Präsidentenwahl 2016 zu bremsen. Man habe zwar zu langsam darauf reagiert, aber der Vorwurf, Facebook sei nicht an der Wahrheit interessiert gewesen, sei "einfach falsch".


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