Novartis holt im Rennen um MS-Pille auf
Novartis liefert sich ein Rennen mit dem Darmstädter Merck-Konzern um das erste in Tablettenform zu verabreichende Medikament gegen Multiple Sklerose (MS). Im November hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag für Mercks MS-Pille Cladribin zurückgewiesen, womit sich der Start im größten Pharmamarkt der Welt zumindest verzögert. Der EU-Zulassungsantrag für Cladribin läuft seit Juli vergangenen Jahres.
Den beiden Medikamenten wird Blockbuster-Potenzial zugetraut, also ein Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar oder mehr. Sie würden MS-Patienten große Vorteile bieten, weil die bisher verfügbaren Mittel gegen die unheilbare Krankheit gespritzt werden müssen. Merck und Biogen Idec sind bereits mit Injektionen auf dem auf 8,6 Milliarden Dollar geschätzten Markt der MS-Behandlung vertreten. Zu den Marktführern in diesem Bereich gehören zudem die israelische Teva und Bayer. Weltweit leiden bis zu 2,5 Millionen Menschen an der in Schüben auftretenden Krankheit, die das zentrale Nervensystem angreift.
Nach Novartis-Angaben vermindert FTY720 in der 0,5-Milligramm-Dosierung die MS-Schübe im Vergleich zur Standardbehandlung Interferon um 52 Prozent. Bei 1,25 Milligramm war es eine Reduktion um 38 Prozent.
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