„Der Liebestrank“

Flórez: Gefeierter Latin Lover der Oper

von
Juan Diego Florez
© TZ Oesterreich/Pauty
Juan Diego Flórez: Der peruanische Startenor lebt in Wien.
 
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Am Wochenende spielten sich tumultartige Szenen in der Staatsoper ab, als Juan Diego Flórez, der schwarzgelockte Adonis aus Peru, in Donizettis L’elisir d’amore den Bauerntölpel Nemorino sang. Bei der gefühlvollen Romanze im zweiten Akt, Una furtiva lagrima, verströmte er mit seinem weichen „dolce“-Anschlag solchen Wohlklang, dass das Auditorium durch nicht enden wollenden Applaus und Bravo-Geschrei eine Wiederholung der Arie erzwang – eine seltene Ehre für einen Sänger.

Gestern wurde der tenorale Belcantist mit dem blumigen Namen im Teesalon der Staatsoper mit dem Titel „Österreichischer Kammersänger“ ausgezeichnet. Mit seinen schlanken, hohen Tönen, deren silbriger Glanz an den Klang einer Barocktrompete denken lässt, ist er der ideale „tenore di grazia“ – jener helle, lyrische Tenor, der in der Zeit der italienischen Opernromantik an die Stelle der Kastraten getreten war.

Dacapo
Heute ist der hinreißende Latin Lover mit der stratosphärischen Stimme und den optischen Attraktionen wieder im Liebestrank zu erleben. Mit einem Dacapo des Tenorglanzstücks darf gerechnet werden.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


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Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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