Schnappschüsse

Kunst Haus zeig Fotoautomaten-Kunst

Franco Vaccari
© Franco Vaccari
Exponate von den Surrealisten bis zu Andy Warhol und Cindy Sherman.
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"Ich muss Sie warnen: Foto-Automaten haben Suchtpotenzial!" Die Schau über „Foto-Automaten-Kunst", die am 9. September im Kunst Haus Wien eröffnet wurde, sei eine "Ausstellung über Leidenschaft", erklärte Kurator Andreas Hirsch bei der vormittägigen Presseführung. Auf 300 Exponaten von rund 60 Künstlern sind über 6.000 Personen zu sehen. In der Masse der automatisierten Analog-Fotografie lassen sich in der vom Musee de l’Elysee Lausanne zusammengestellten Schau zahlreiche künstlerische Strategien erkennen, die Vorgaben der Maschinen zu unterlaufen, zu verfremden oder kreativ zu verwenden.

Kanpp 100-jährige Kunstform
Schon als 1928 die ersten „Photomatons“ in Paris aufgestellt wurden, experimentierten schon bald die Surrealisten mit den neuen Möglichkeiten. Fotos von Yves Tanguy, Andre Breton, Paul Eluard oder Max Ernst zählen daher zu den wertvollsten der Exponate, die fast alle konservatorisch hochsensible Unikate seien, wie Direktor Franz Patay erklärte.

Kunst im engen Raum
Der Gegensatz zwischen dem privaten Raum der mit Vorhang verhängten winzigen Foto-Box und dem öffentlichen Raum der Aufstellungsorte, die Beschränkung auf ein Minimal-Format sowie die Sequenz von vier im Abstand von wenigen Sekunden geschossenen Bildern, die im Übergang zum Film zum Geschichten Erzählen animiere, seien die stärksten Triebfedern für eine künstlerische Beschäftigung mit Foto-Automaten, erläuterte Sam Stourdze, der Direktor des Musee de l’Elysee.

Bis Jänner 2013 im Kunst Haus

Und so kann man beim Schlendern durch die bis 13. Jänner 2013 laufende Ausstellung nicht nur unzählige mehr oder weniger verfremdete Porträtfotos bewundern, die Grimassen Arnulf Rainers bestaunen oder mit chemischen Mitteln behandelte Foto-Streifen, sondern sieht auch, dass hinter zugezogenen Vorhängen nicht nur Gesichter fotografiert bzw. über außerhalb des Bildausschnitt liegende Tätigkeiten der Fotografierten nur spekuliert werden kann.

Größen wie Warhol auch ausgestellt
Andy Warhol stellte in seiner Factory einen Fotoautomaten auf, animierte Besucher und Mitarbeiter zu zahlreiche Bildserien und verwendete sie als Vorlagen für Serigrafien. Mit Cindy Sherman, Roland Topor, Thomas Ruff und anderen finden sich auch etliche andere prominente Künstler in der Ausstellung. Wenige verstanden die Mittel jedoch so virtuos zu nutzen wie der 1972 in Leipzig geborene Jan Wenzel, der raffiniert komponierte Bildstreifen zu großen, neuen Bildtableaus zusammensetzt - Bilder von Räumen und Szenen, die so nie existiert haben.

Inklusive Kinoecke

Mit einer Kino-Ecke, in der prominente Beispiele zur Verwendung von Fotoautomaten im Film gezeigt werden, Beispielen der japanischen "Purikuras"-Automaten, die digitale Fotografie und Fotomontagen zu selbstklebenden Bildern verarbeiten, und einem bis 11. November laufenden Fotowettbewerb, bei dem das Kunst Haus Wien zur kreativ-künstlerischen Nutzung eines aufgestellten Fotoautomaten aufruft, wird die Brücke zur Alltagskultur geschlagen. Die analogen Fotoautomaten, die Mitte der 1990er-Jahre meist durch digitale Nachfolger ersetzt wurden, sollen übrigens wieder im Kommen sein.

Info
Die "Foto-Automaten-Kunst",-Ausstellung im Kunst Haus Wien findet noch bis 10. 13. Jänner 2013 statt. Alle Informationen zur Schau erhalten Sie unter www.kunsthauswien.com.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


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Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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