Gewaltverherrlichend
Song Contest: Aufregung über rumänischen Beitrag "Würg mich"
Verharmlost ein Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest die Gefahren einer Sexualpraktik? Unter anderem die britische Zeitung "The Guardian" berichtet von der Diskussion über das Lied "Choke me" (deutsch: "Würg mich") der rumänischen Künstlerin Alexandra Capitanescu. Die mutmaßliche Botschaft dahinter zeige "eine alarmierende Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen", wird eine Rechtsprofessorin zitiert.
In dem Lied singt Capitanescu unter anderem: "Lieb mich, bring meine Lungen zum Explodieren". Oder: "Alles, was ich brauche, ist deine Liebe, ich möchte, dass es mich würgt". Die Künstlerin selbst sagte Anfang März, Titel und Refrain seien nicht wörtlich zu nehmen. "Choke me" bedeute demnach in etwa: "Ersticke mich mit deiner Liebe." Kunst sollte nicht der Zensur unterliegen, solange niemandem geschadet werde, sagte sie.
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BBC-Beschwerde im vergangenen Jahr
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) antwortete nicht auf eine entsprechende Anfrage zu der Kontroverse und verwies auf den rumänischen Sender TVR. Dieser könne weitere Informationen zur Bedeutung des Liedes bereitstellen, hieß es von der EBU in Genf. Offen ist, ob sich bereits ein anderes Teilnehmerland über den Beitrag aus Rumänien beschwert hat. Der ESC steigt am 16. Mai in Wien.
Im vergangenen Jahr hatte die britische Rundfunkanstalt BBC Beschwerde eingelegt, weil der Beitrag aus Malta, das Lied "Kant" (Maltesisch für "Gesang"), sehr an einen vulgären englischen Ausdruck für das weibliche Geschlechtsorgan erinnert haben soll. Laut "Guardian" ging die BBC in diesem Jahr bisher nicht diesen Weg. In Großbritannien ist ein Gesetzesvorhaben auf dem Weg, das Besitz und/oder Veröffentlichung von Darstellungen von Strangulation oder Erstickung in Pornos unter Strafe stellen soll.
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