Sanierungsverfahren

19 Millionen Euro Passiva, rund 12 Gläubiger: Helmut Essl ist pleite

Das Handelsgericht Wien eröffnete am Donnerstag ein Sanierungsverfahren. Ein Insider verrät gegenüber oe24 weitere Details.

Das Handelsgericht Wien hat auf Antrag des Unternehmens Helmut Essl Management e.U. ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Dies teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) offiziell mit. Die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens wird laut Eigenantrag auf offene Forderungen sowie derzeit noch anhängig bestrittene Abgabenforderungen zurückgeführt, die nicht mehr bedient werden können.

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Betroffen sind rund ein Dutzend Gläubiger, während die Passivseite des Unternehmens mit etwa 19 Millionen Euro beziffert wird (Insider sprechen von 30 Millionen). Demgegenüber stehen verschiedene Vermögenswerte, die zur Realisierung eines Sanierungsplans herangezogen werden könnten. Dazu zählen unter anderem eine Kunstsammlung des österreichischen Künstlers Herman Nitsch sowie Beteiligungen an weiteren Gesellschaften. Zudem ist das Unternehmen Eigentümerin bzw. Anteilseigentümerin von drei Liegenschaften in Joching und Stein.

Unternehmen soll fortbetrieben werden

Das Unternehmen plant, den Geschäftsbetrieb unter der Aufsicht des Insolvenzverwalters fortzuführen und den Gläubigern einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, vorzulegen. Laut eigenen Angaben soll diese Quote sowohl aus dem Fortbetrieb des Unternehmens als auch aus der Verwertung einzelner Vermögenswerte finanziert werden.

Der Alpenländische Kreditorenverband wird nun prüfen, inwieweit der vorgelegte Sanierungsplan realisierbar ist und ob er, über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen hinaus, optimiert werden kann. Auch privat könnte Essl jetzt Schwierigkeiten bekommen, will ein Insider wissen. Seine Ehefrau Ivana, die Ex von Szene-Gastronom Martin Ho, hielt sich bisher bedeckt.

 


 

Ob und in welchem Umfang die Sanierung erfolgreich verlaufen kann, bleibt somit offen. Fest steht: Sowohl für das Unternehmen als auch für Essl persönlich stehen spannende Monate bevor, in denen sich zeigen wird, ob der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden kann.

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