Jenny Jürgens: Emotionaler Brief an Udo

Erster Todestag

Jenny Jürgens: Emotionaler Brief an Udo

So rührend bedankt & gedenkt Jenny Jürgens ihrem Vater.

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Vor einem Jahr erlitt Udo Jürgens beim Spaziergehen in der Schweiz überraschend einen Herzinfarkt und langsam aber doch hat seine Tochter Jenny Jürgens den Tod ihres Vaters verarbeitet. 2015 war ein schweres Jahr für sie und in einem emotionalen Brief, der in der Bild-Zeitung veröffentlicht wurde, erinnert sie sich an die schönen Zeiten mit Udo zurück.

Unerwarteter Abschied
"Der Schmerz Deines plötzlichen Abschieds ist elementar. So unvorbereitet, so plötzlich, mitten aus dem Zenit Deines Erfolges und aus der Wiege Deiner Familie gerissen", beginnt sie den rührenden Text, ein Tribut ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters. Obwohl sie gerade das Unvermittelte an seinem Ableben besonders schmerzt, weiß Jenny, dass es ihr Papa nicht anders gewollt hätte. "Ein Mann wie Du - so kraftvoll, so kreativ, so groß und immer so 'Mitten im Leben'. [...] Das einzig Tröstliche, dass ich weiß: Hättest Du eine Form zu gehen wählen dürfen, sie hätte genau so ausgesehen", schreibt sie.

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    Schicksalshafte Zahl
    Die Zahl 80 begleitete die Familie schon seit Generationen, denn auch Udos Eltern starben mit 80 Jahren. "Niemand konnte ahnen, dass auch Du uns so kurz nach diesem runden Geburtstag verlassen würdest. Vielleicht haben wir das auch alle ausgeblendet. Ein Udo Jürgens wird eben nicht alt, er bleibt mit seiner Musik und seinen Texten für immer an unserer Seite, so wie wir es seit Jahrzehnten kannten."

    Stolz auf der Bühne
    Wenn Udo Jürgens auf der Bühne stand, war Jenny immer stolz auf ihn. "Wer Dich auf der Bühne sah, konnte keinen Gedanken an Trennung verschwenden. Wer sah, wie Du auf Deinem Flügel spieltest, vergaß die Zeit. Wer Deine Stimme hörte, verweilte mit tausenden Gleichgesinnten im Augenblick vereint. Das warn so verdammt starke Momente, Papa, diese Konzerte von Dir! Ich war jedes Mal so unfassbar stolz auf Dich", heißt es in dem rührenden Brief. 2014 besuchte Jenny einige Konzerte ihres Vaters, als hätte sie geahnt, dass das die letzte Möglichkeit sein würde, ihren Vater auf der Bühne zu sehen. "Ich sollte Recht behalten und diese Endgültigkeit, die damit einhergeht, ist einfach nur brutal. Der Abschied der Eltern ist und bleibt eine Amputation", schreibt sie.

    Dank an Fans
    Die Liebe ihres Vaters musste Jenny Jürgens immer mit seiner Leidenschaft für die Musik teilen. Etwas, das für sie nicht immer leicht zu verstehen war. "Ich habe Dir nie einen Vorwurf gemacht, denn ich kenne diesen Beruf. [...] Oft sagtest Du: 'Ich war kein guter Vater'. Das stimmt so nicht - Du warst eben wenig da damals. So ist das eben, wenn man plötzlich zu einem Superstar wird", hat sie heute eine reife Einstellung dazu. 

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      Die vielen Fans und das ständige Blitzlichtgewitter um ihren Vater machte Jenny in ihrer Kindheit manchmal schwer zu schaffen, schließlich hatte sie dadurch nicht viele Momente, in denen sie mit ihm alleine sein konnte. "Du hattest tiefsten Respekt und ich habe Dich sehr oft für Deinen Umgang mit Deinen Fans bewundert und Dich als Vorbild gesehen. In der tiefsten Trauerphase waren es genau diese Deine Fans, die mit unendlich viel Trost zugesprochen haben", dankt sie auch Udos vielen Fans.

      Trauer & Glück
      "Du hast zu Lebzeiten mit Deiner Musik die Welt ein Stück verändert. Zum Besseren. Trotz allem, was geschehen ist und wie anstrengend 2015 für mich war: Es tut gut, wie die Monate nun vergehen und der Schmerz sich etwas verändert. Er kommt noch in tränenreichen Wellen, aber es gibt eben auch viele Momente der großen Freude, der Liebe und des Glücks. Genau das hättest du auch gewollte. Mich lachen und glücklich zu sehen", versucht Jenny Jürgens, neben der Trauer ihr Leben auch zu genießen.

      "Ich glaube nicht, dass ich Dich jemals wiedersehen werde, uns eint die selbe Einstellung zu diesen Dingen. Aber Du bist für immer ein Teil von mir und ich bleibe einer von Dir. Du sagtest: 'Der Mensch ist erst tot, wenn sich niemand mehr an ihn erinnert'. Wenn das stimmt, lieber Papa, dann bist Du unsterblich. Ich liebe und vermisse Dich unendlich. Deine Jennyline", schließt die den Brief.

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