Festspielkuratorium

Machtkampf um Salzburger Festspiele

Die Entscheidung über die Zukunft des Salzburger Festspielintendanten Markus Hinterhäuser ist vertagt und liegt nun bei ihm.  

Das ist das Ergebnis der Sitzung des Festspielkuratoriums, die am Donnerstag mit einem Pressestatement zu Ende ging. Das Kuratorium sei "geschlossen" der Ansicht, dass der Intendant Bedingungen zur Fortsetzung seines Vertrages über den 30. September hinaus nicht erfüllt habe und habe ihm ein Angebot gemacht, sagte die Vorsitzende Karoline Edtstadler.

Hinterhäuser, der bei der Sitzung die verlangte Stellungnahme abgegeben hat, aber offenbar nicht alle Kritik über sein bisheriges Verhalten ausräumen konnte, wolle das ihm gemachte Angebot nun prüfen, so die Salzburger Landeshauptfrau (ÖVP). "Derzeit liegt der Ball bei ihm." Das gelte auch für die Entscheidung über die künftige Schauspielleitung der Festspiele, die einer der Hauptgründe des derzeitigen Vertrauensverlustes des Aufsichtsgremiums ist. Das Kuratorium hatte eine Ausschreibung des Postens verlangt, habe sich aber zu keinem Zeitpunkt in die künstlerischen Belange des Intendanten eingemischt und auch nie dessen Entscheidungskompetenz für diesen Posten bestritten, so Edtstadler. Insofern liege die Entscheidung auch weiterhin bei Hinterhäuser, der laut Medien die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann favorisiert haben soll, obwohl diese am Auswahlverfahren nicht teilgenommen hatte.

Nächste Sitzung am 20. März

Der aktuelle Intendantenvertrag von Hinterhäuser endet einen Monat nach den Festspielen 2026. Es gibt eine Vereinbarung über eine dritte Funktionsperiode, die am 1. Oktober 2026 beginnen und regulär bis Herbst 2031 dauern würde. Der Vertrag beinhaltet die Option auf Beendigung nach drei Jahren, die von beiden Seiten gezogen werden kann. Es gebe aber auch eine Klausel, die sein Verhalten gegenüber dem Kuratorium und gegenüber Dritten regle, betonte Edtstadler. Diese Bedingung sehe das Kuratorium nicht erfüllt, auch wenn manches ausgeräumt werden konnte.

Die Kuratoriumssitzung wurde bis 20. März unterbrochen. Bis dahin soll Markus Hinterhäuser klären, ob er das Angebot des Kuratoriums, über das keine Details genannt wurden, annimmt. Eine Schauspielleitung könne er bis dahin jederzeit bestimmen, hieß es am Abend.

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