Das große Interview

Wolfgang Ambros: "Brauche wohl einen Herzschrittmacher"

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Im Gespräch mit oe24 verrät der Austropop-Gigant, wie es ihm nach seinem Spitals-Aufenthalt nun wirklich geht.

Vor kurzem musste der Austropop-Kaiser fünf Tage lang wegen einer  Fuß-Entzündung  im Krankenhaus behandelt werden. Dort wurde er gut durchgecheckt und einige weitere gesundheitliche Themen ergaben sich daraus. 

Nach den Konzert-Absagen waren seine Fans dann glücklicher denn je, als sie erfuhren, dass die Auftritte nachgeholt werden. Wolfgang Ambros ist zurück auf der Bühne - beim großen Comeback-Auftritt traf er ÖSTERREICH zum großen Gespräch über seine Gesundheit, die Zukunft und die Musik.

Wolfgang Ambros im großen ÖSTERREICH-Talk

ÖSTERREICH: Wie geht's Ihnen derzeit?

Ambros: Es geht. Was soll ich sagen, noch nicht so 100-prozentig. Ich spür mein Kreuz noch brutal eigentlich - ich weiß nicht, was da alles zusammengekommen ist. Ich habe eine Anämie, das Herzerl macht halt ein paar Spompanadeln...

ÖSTERREICH: Brauchen Sie eine OP?

Ambros: Einen Herzschrittmacher. Es ist aber noch nicht fix entschieden. In drei Monaten mache ich noch einmal die gleiche Untersuchung (Anmerkung, ein 24-Stunden-EKG) im AKH, weil die haben eine super Herz-Station und dann schauen wir, ob das wirklich so tragisch ist, wie die tun. (...) Es hat mich so gewundert, weil am Herzen hatte ich noch nie was. Leber, Niere, und ich hab ja nur eine Niere, aber jetzt auf einmal - hier eine Kleinigkeit und da eine Kleinigkeit und das hab ich mir nicht erklären können.

ÖSTERREICH: Das ist aber erst alles beim Check herausgekommen?

Ambros: Ja. Das was war, das war schon klar, weil sonst wäre ich nicht so neben mir gestanden. Zuerst haben sie die Rettung geholt und ich hab gesagt: 'Ich fahr nicht mit der Rettung mit! Ich muss auftreten heute, das können wir morgen auch noch machen!'. Aber dann hab ich nicht mehr aufstehen können.

ÖSTERREICH: Sie haben auch relativ offen auf der Bühne geredet über Ihren Zustand...

Ambros: Warum auch nicht. Die Leute wollen es ja wissen. Warum sollte ich das nicht tun?

ÖSTERREICH: Es gab eine große Anteilnahme, von den Fans, als Sie ins Spital mussten.

Ambros: Ja! Einfach, weil ich noch nie krank war! (lacht) Ich hoffe, dass wir das in den Griff kriegen. Wenn's denn sein muss, dann lass ich mir so einen Stent und einen Herzschrittmacher einsetzen.

ÖSTERREICH: War Ihre Internistin wirklich so eine Strenge?

Ambros: Die hat damals so eine Eigenblutinfusion gemacht, aber viel gespürt habe davon nicht. Aber es ist schon gut, wenn man so jemanden kennt.

Wolfgang Ambros:
© Zeidler
× Wolfgang Ambros:

ÖSTERREICH: Wie geht man mit solchen Aussichten auf die Bühne?

Ambros: Du denkst schon die meiste Zeit dran und du willst halt wissen, was los ist. Aber es wird schon wieder.

ÖSTERREICH: Reden wir von etwas Positivem: Ihr Duett mit Christina Stürmer hat fast eine Million YouTube-Views.

Ambros:  Die Leute sind arg! Die Leute weinen dabei...dabei ist das Lied nicht traurig. Am 11. April werde ich es auch mit Christina in Salzburg singen.

ÖSTERREICH: Denken Sie an neue Songs?

Ambros: Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Ich habe keine große Lust. Nur, damit es was Neues gibt? Das muss dann nicht sein. Ich hab wirklich genug mit dem, was ich schon gemacht hab. Vielleicht kommt es aber wieder.

ÖSTERREICH: Sie haben das Programm ein bisschen umgestellt - neue alte Lieder. Wollen Sie ein bisschen herumprobieren?

Ambros: Ja, das schon, weil ich selber auch eine Forderung an mich habe: Nicht ewig und immer dasselbe zu machen. Gestrichen haben wir drei und dazugekommen sind sieben.

ÖSTERREICH: Sie singen auch über den blöden Wähler, der drei Mal Kickl wählt...   

Ambros: Im Original war das der Haider. Kickl ist schlimmer. 

ÖSTERREICH: Haben Sie Angst, dass Kickl die Wahl gewinnt?

Ambros: Was heißt Angst? Was würd das ändern? Schauen wir mal, ob das wirklich so ist, dass man vor dem Angst haben muss. (...) soll er mal regieren. Als Innenminister war er ein kompletter Verhau. Mit dem will ja wirklich niemand was zu tun haben.

ÖSTERREICH: "Was sagen Sie zur Bierpartei?"

Ambros: Ich find ihn ganz sympathisch den Pogo. Die Frage ist, was ist von ihm zu erwarten. Es wäre eine schöne Überraschung, wenn er ein Programm hätte und das kundtun könnte. Ein junger und nicht abhängiger wär nicht das Schlechteste.

ÖSTERREICH: Sie haben in einem unserer letzten Interviews gesagt, dass Sie keinen Kontakt zu Ihren Kindern haben, hat sich das geändert?

Ambros: Nein, ich hab mich bemüht, ich hab alles Menschenmögliche gemacht und nix ist draus geworden. Die Kinder können wahrscheinlich am wenigsten dafür. Die sind jetzt 14. So leicht geht das gar nicht mehr. Jetzt müsste ich wahrscheinlich noch mal warten, bis sie erwachsen sind, 21 vielleicht. Jetzt ist es sinnlos.

 

 

 

ÖSTERREICH: Haben Sie noch Kontakt zu Rainhard Fendrich?

Ambros: Der hat jetzt diese Frau und hat die alten Freund, die er noch gehabt hat, aussortiert, aber es soll so sein, aus.

ÖSTERREICH: Wie war der Geburtstag im Spital?

Ambros: Ich weiß es nicht mehr. Am nächsten Tag haben Sie mir alle gratuliert die Schwestern und haben gemeint, wie schade es war, dass es mir so schlecht gegangen ist.

Interview: Thomas Zeidler-Künz

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