Ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag wurde Andrew Mountbatten-Windsor verhaftet.
Im Zusammenhang mit der Affäre um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die britische Polizei laut Medien am Donnerstag den früheren Prinzen Andrew festgenommen. Dem Bruder von König Charles III. werde Fehlverhalten im Amt vorgeworfen, berichtete der Sender BBC. Die Polizei bestätigte die Festnahme, ohne den Namen Andrews zu nennen.
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Fehlverhalten im Amt
Der Straftatbestand des "misconduct in public office" bezieht sich im britischen Recht auf Amtsträger, die ihre öffentliche Stellung vorsätzlich missbrauchen oder vernachlässigen.
Der ehemalige Prinz hat durch seine Verbindung zu Epstein bereits seine gesellschaftliche Stellung und seine Privilegien verloren. Er musste 2019 von allen royalen Pflichten zurücktreten. Im Oktober entzog ihm König Charles den Prinzentitel, in der vergangenen Woche musste er sein Anwesen Royal Lodge in Windsor räumen.
Der 66-Jährige hatte im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal 2022 eine Zivilklage von Virginia Giuffre, die ihm sexuellen Missbrauch als Minderjährige vorgeworfen hatte, mit einem Vergleich beigelegt. Giuffre beging im April Suizid. Andrew hat ein Fehlverhalten stets bestritten, zu neuen Vorwürfen schweigt er bisher. Die Polizei im Thames Valley prüft derzeit zudem einen weiteren Vorwurf gegen Andrew, bei dem es um eine Frau geht, die zu einer Adresse in Windsor gebracht worden sein soll.
Polizei-Einsatz in Sandringham
Wie die Daily Mail berichtet, fuhren kurz nach 8 Uhr morgens sechs zivile Einsatzfahrzeuge auf das Anwesen von Charles III in Sandringham vor. Auf dem Gelände von Wood Farm wohnt Andrew seit Kurzem. Nach Angaben der BBC ermöglicht dieser Schritt den Ermittlern nun, Unterlagen sicherzustellen und das Anwesen zu durchsuchen.
Berichten zufolge könnte Andrew bis zu 96 Stunden in Gewahrsam bleiben – alternativ wäre auch eine vorzeitige Freilassung gegen Kaution möglich.
Hat sich Andrew strafbar gemacht?
Den Vorwürfen zufolge soll Andrew in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein weitergeleitet haben. Britische Medien hatten in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Ob sich Andrew damit selbst strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar.
Andrew hat wegen seiner angeblichen Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein alle Ehren, militärische Ränge und Titel verloren. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, darunter auch, als sie noch minderjährig war. Er stritt alle Vorwürfe stets ab, doch eine Zivilklage Giuffres endete im Vergleich. Zuletzt wurde ihm von Charles sogar der durch Geburt erworbene Titel "Prinz" aberkannt. Er heißt nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Außerdem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.